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©Mireia Gonzalez Torrijos/EIB

37 Mikrofinanzinstitute aus 23 Entwicklungsländern hatten sich um den Preis beworben, der in diesem Jahr für Mikrofinanz im Wohnungsbau vergeben wurde.

Mit dem Europäischen Mikrofinanzpreis 2017 wurde ein Institut in einem Entwicklungsland ausgezeichnet, das mit innovativen Lösungen einkommensschwachen, gefährdeten und ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen, denen der übliche Finanzierungsweg weitgehend verwehrt ist, Zugang zu qualitativ besserem Wohnraum verschafft.

Die Cooperativa de Ahorro y Préstamo Tosepantomin unterstützt mit einer Kombination aus Sparprodukten, Wohnungsbaudarlehen und technischer Hilfe Wohnungsbauprojekte ausgegrenzter Gemeinschaften in ländlichen Gebieten Mexikos. Darüber hinaus hat sich die Genossenschaft mit der Förderung umweltfreundlicher Bauweisen einen Namen gemacht.

Der von der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten des luxemburgischen Außen- und Europaministeriums verliehene Preis ist mit 100 000 Euro dotiert. Die feierliche Preisverleihung fand in Gegenwart der Großherzogin und des Erbgroßherzogs von Luxemburg in den Räumlichkeiten der Europäischen Investitionsbank statt.

Der Präsident der Jury, Erbgroßherzog Guillaume, sagte, er sei „sehr beeindruckt, welche Achtung vor der Umwelt diese Initiative zeigt und wie stark sie in der Gemeinschaft vor Ort verwurzelt ist, sodass die indigene Bevölkerung ihr vertraut.“

Der Preis ist eine Anerkennung für die Bedeutung der Mikrofinanz im Kampf gegen die Armut. Er soll helfen, wirtschaftliche und soziale Probleme einkommensschwacher Familien und Gemeinschaften zu lindern. Romain Schneider, Minister für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten sowie ebenfalls Mitglied der Jury, erklärte, was ihn an dem siegreichen Institut überzeugte: „Diese Genossenschaft geht nicht nur die vielfältigen Wohnungsprobleme ganzheitlich an, sondern setzt sich auch auf wirklich beeindruckende Weise für ökologisch verantwortliches Handeln ein.“

Dr. Werner Hoyer, der Präsident der Europäischen Investitionsbank, hob auch die Bedeutung eines solchen Preises für den Sektor hervor: „Mindestens 1,6 Milliarden Menschen leben in unwürdigen Wohnverhältnissen. Es besteht also ein dringender Bedarf an besserem Wohnraum. Der Mikrofinanzsektor ist für die finanziell Ausgegrenzten da. Er kommt der Aufforderung nach, Wohnungsbaukredite für einkommensschwache Gruppen anzubieten, um die der herkömmliche Finanzsektor sich nicht kümmert. Ich bin überzeugt davon, dass wir alle von den guten Beispielen unserer diesjährigen Teilnehmer lernen können – ganz besonders von den Gewinnern 2017: der Cooperativa de Ahorro y Préstamo Tosepantomin.“

Erstmals erhielten in diesem Jahr auch die beiden Finalisten Mibanco aus Peru und The First MicroFinance Bank aus Afghanistan jeweils 10 000 Euro.

Der Europäische Mikrofinanzpreis

Der Europäische Mikrofinanzpreis ist weltweit einzigartig. Er wurde im Oktober 2005 von der luxemburgischen Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten im luxemburgischen Außen- und Europaministerium aus der Taufe gehoben, um innovative Mikrofinanzinitiativen zu stärken. Organisiert wird seine Verleihung vom luxemburgischen Außen- und Europaministerium, der Europäischen Plattform für Mikrofinanzierungen (e-MFP) und dem „Inclusive Finance Network Luxembourg“ (InFiNe.lu).

http://www.european-microfinance-award.com/