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©Anne-Cécile Auguin/Lendix

Die Europäische Investitionsbank-Gruppe arbeitet künftig über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) mit der Lendix-Plattform zusammen, um mehr Crowdlending-Finanzmittel für europäische Unternehmen bereitzustellen. Hierzu beteiligt sich die EIB-Gruppe mit 18,5 Millionen Euro an einem Fonds. Die Bekanntgabe erfolgte am 3. Juli 2017 am Sitz von Lendix in Paris. Anwesend waren der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire, EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle, der Lendix-CEO und -Gründer Olivier Goy sowie Geschäftsführer von Kleinstunternehmen und KMU, die bereits Finanzierungsbeiträge erhalten haben und von ihren Erfahrungen berichteten.

Es handelt sich hier um eine besonders innovative Crowdlending-Initiative, die den vorrangigen Zielen der französischen Regierung und der Europäischen Union zur Unterstützung von Unternehmen entspricht. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister begrüßte die Initiative:

„Die Unterzeichnung dieses Projekts ist ein deutliches Signal: Die Europäische Union ist über die EIB-Gruppe in Frankreich aktiv, um einen Beitrag zur Finanzierung innovativer, zukunftsweisender Projekte zu leisten. Wir engagieren uns für unsere Unternehmer. Die exzellente französische Fintech- und Startup-Branche, zu der neben vielen anderen auch Lendix gehört, wird ihre Wirkung dank des von der EU bereitgestellten Kapitals deutlich steigern. Sie steht exemplarisch für Europa und seine Investitionsstärke.“

Dank der Einschaltung der EIB-Gruppe hat der gemeinsame Investmentfonds, der die Darlehensvergabeplattform Lendix unterstützt, nun ein Volumen von 90 Millionen Euro erreicht. Mit diesem Geld wird ausschließlich die Finanzierung und Entwicklung von französischen, spanischen und italienischen Kleinstunternehmen sowie KMU gefördert. Vorteile ergeben sich in zweierlei Hinsicht: zum einen durch die Möglichkeit wirksamer und gewinnbringender „Schwarmfinanzierungen“ durch Privatanleger und zum anderen durch neue Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmer und Projektträger. Dieses neue Kapital ergänzt die Darlehensmittel, die Privatanleger aus Frankreich, Spanien und Italien bereits gewähren. Mit dieser Unterstützung möchte die EU weitere Investoren mobilisieren und so zur Ausweitung des Finanzierungsangebots der Lendix-Plattform beitragen.

„Dies ist eine neue, sehr vielversprechende Finanzierungsform für KMU und Projektträger in Europa“, betonte EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle bei der feierlichen Unterzeichnung. „Eine der wichtigsten Prioritäten der EIB-Gruppe besteht in der Unterstützung von Investitionen und Unternehmen bei ihren Entwicklungsvorhaben, da sie für Wachstum und Beschäftigung sorgen. Wir freuen uns, der europäische Partner der Lendix-Plattform, eines führenden Fintech-Unternehmens, zu sein und so die Crowdlending-Branche zu fördern. Ich hoffe, dass es uns viele Anleger gleichtun werden und neue Finanzmittel zur Unterstützung von Unternehmen bereitstellen.“

„Wir sind begeistert, die EIB-Gruppe als Darlehensgeber auf Lendix begrüßen zu können. Neben privaten und institutionellen Anlegern engagieren sich nun auch erstklassige öffentliche Institutionen für die Realwirtschaft“, freute sich Lendix-CEO und -Gründer Olivier Goy.

In etwas mehr als zwei Jahren hat die Lendix-Plattform, über die Darlehen an KMU in Europa vergeben werden, 95 Millionen Euro für Darlehen an französische, spanische und italienische KMU mobilisiert. Geldgeber sind einerseits private Anleger und andererseits auch erstklassige Investoren wie Bpifrance, CNP Assurances, Groupama, Zencap AM (OFI-Gruppe), Matmut und der Fonds „Prêtons Ensemble“, der von der Eiffel Investment Group* verwaltet wird.

Als Wachstums- und Beschäftigungsmotoren sind KMU und Kleinstunternehmen eine vorrangige Zielgruppe der EIB-Gruppe. Sie bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Instrumente an, um ihnen den Zugang zu Finanzmitteln zu erleichtern und sie auf ihrem Entwicklungspfad zu begleiten. 2016 waren 5,5 Milliarden Euro – das sind 70 Prozent der Tätigkeit der EIB-Gruppe – für Unternehmen bestimmt. Über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) wurden in Frankreich mehr als 37 000 Unternehmen unterstützt. Der EIF leistete damit einen Beitrag zur Schaffung bzw. Sicherung von 15 000 Arbeitsplätzen.



* Geldgeber sind Aviva France, AG2R La Mondiale, MGEN und Klesia.