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Eine Delegation der Europäischen Investitionsbank (EIB) unter der Leitung von Pim van Ballekom, des für Darlehensoperationen im karibischen Raum zuständigen EIB-Vizepräsidenten, hat nach der Ernennung der neuen Regierung Haiti besucht, um neue Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionsvorhaben in dem Land zu erkunden.

Während seines ersten Besuchs in dem Land diskutierten Vizepräsident Pim van Ballekom und seine Kollegen mit haitianischen Amtsträgern, insbesondere dem Präsidenten von Haiti Jovenel Moïse, dem Gouverneur der Zentralbank Jean Baden Dubois und Ministern der Regierung, über Finanzierungsmöglichkeiten mit dem Ziel, in den kommenden Monaten Darlehen für Projekte zu vergeben. Die EIB unterstützt von jeher für das Wachstum des öffentlichen und des privaten Sektors wesentliche Investitionen in Haiti und im gesamten karibischen Raum.

Während seines Besuchs in Haiti traf Vizepräsident van Ballekom Projektträger, die über zwischengeschaltete Institute in Haiti Darlehensmittel der EIB erhalten haben, und führte Gespräche über Finanzierungsmöglichkeiten für neue Projekte in dem Land. Im Anschluss an den Besuch in Haiti reiste er auf die Turks- und Caicosinseln weiter, wo die EIB auf der 47. Jahressitzung des Rates der Gouverneure der Karibischen Entwicklungsbank regionale Unterstützung für Klimaprojekte bekanntgab.    

EIB-Vizepräsident Pim van Ballekom äußerte sich folgendermaßen: „Bei meinem ersten Besuch in Haiti haben wir konstruktive Gespräche über die Unterstützung geführt, die wir künftig für Projekte im öffentlichen und im privaten Sektor im Land bereitstellen werden. Angesichts unserer großen Sektorerfahrung bei der Unterstützung von Projekten weltweit können wird in Haiti und im gesamten karibischen Raum unser fachliches und praktisches Know-how beisteuern. Die EIB vergab ihre ersten Darlehen in Haiti im Jahr 1995. Wir hoffen, auch künftig Projekte unterstützen zu können, insbesondere zugunsten von Basisinfrastruktur (zum Beispiel in den Bereichen Energie, Wasser, Abwasserwirtschaft und Verkehr), Klimaschutzmaßnahmen und Förderprogrammen für kleine Unternehmen.“

Vincent Degert, der Botschafter der Europäischen Union, erklärte: „Eine der Stärken der europäischen Hilfe ist die Ausrichtung auf die am stärksten benachteiligten und ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen in Haiti. Frauen und kleine Unternehmer in ländlichen Gebieten können im Rahmen dieses Abkommens von Finanzierungsmitteln profitieren, zu denen sie bisher keinen Zugang hatten. Sie können sich zunächst mit Kapital ausstatten und dann ein kleines Geschäft aufziehen, wodurch sie ein Mindestmaß an finanzieller Autonomie erreichen, sodass ihre Familie eine Existenzgrundlage hat. Diese Vorgehensweise steht vollkommen im Einklang mit unserem Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit, der darauf abzielt, die Widerstandsfähigkeit der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu erhöhen und deren Zukunftsperspektiven zu verbessern.“

Die EIB ist der weltweit größte öffentliche multilaterale Darlehensgeber. Zehn Prozent ihres Darlehensvolumens entfallen auf Vorhaben außerhalb der Europäischen Union. Ihre Anteilseigner sind die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Sie hat die Entwicklung und Wirtschaftstätigkeit im karibischen Raum mit Darlehen und Eigenkapitalbeteiligungen im Gesamtbetrag von bisher 126,2 Milliarden Gourdes (1,6 Milliarden Euro) unterstützt. In Haiti vergab die EIB insgesamt 1,2 Milliarden Gourdes (16 Millionen Euro) für vier Vorhaben im Bereich der Entwicklung des privaten Sektors (KMU).

Die EIB stellte daneben für die modulare chirurgische Klinik Nap Kenbe in Tabarre im Arrondissement von Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis, nach dem Erdbeben von 2010 Zuschussmittel in Höhe von 45 Millionen Gourdes (600 000 EUR) bereit. Der Name der Klinik bedeutet in der haitianischen Kreolsprache „bei guter Gesundheit bleiben“. Im vergangenen Jahr, nach dem zerstörerischen Hurrikan Matthew, dem stärksten Wirbelsturm in der Karibik seit zehn Jahren, spendeten das EIB-Institut, das Personal der EIB-Gruppe und die EIB selbst 19 Millionen Gourdes (250 000 Euro) für sechs Wohltätigkeitsorganisationen, die sich am Wiederaufbau in Haiti beteiligen.