>@EIB/EIB
©EIB/EIB

Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos hat am 28. September die Europäische Investitionsbank (EIB) in Luxemburg besucht, um mit EIB-Präsident Werner Hoyer die Aktivitäten der Bank in Griechenland zu erörtern und im Rahmen des Bridge Forum Dialogue über die Bemühungen seines Landes zu sprechen, die Wirtschafts- und Finanzkrise hinter sich zu lassen.

Im Vorfeld der vom Bridge Forum Dialogue organisierten Konferenz unter dem Titel: „Wege aus der Krise: Das Spannungsfeld zwischen Makroökonomie, Realwirtschaft und Gesellschaft“ hob Tsakalotos die große Bedeutung der EIB für Griechenland hervor: „Wie wir sehen, gibt es ein enormes Problem mit dem Geschäftsbankensystem, das die Kreditvergabe eher prozyklisch ausweitet... Eine Bank (wie die EIB) zu haben, die antizyklisch handelt und auch in schlechten Zeiten Kredite ausreicht, ist ein enormer Vorteil“, erklärte Tsakalotos auf einer Pressekonferenz.

Über die gesamte Krise hinweg blieb die EIB als wichtiger Finanzierungspartner an der Seite Griechenlands und wird das Land bei seiner wirtschaftlichen Erholung weiter begleiten. 2015 stellte die EIB Finanzierungen von insgesamt etwa 1,35 Milliarden Euro bereit, und auch im laufenden Jahr wird die Bank vorrangige Vorhaben in Griechenland in ähnlichen Umfang unterstützen.

Tsakalotos verwies darauf, dass sich Europa an einem Scheideweg befindet, und dankte der EIB, dass sie Griechenland in guten wie in schlechten Zeiten zur Seite steht. Nach seiner Prognose wird die griechische Wirtschaft das dritte Quartal in Folge wachsen: „Für Griechenland zeichnet sich eine Wende ab... Wir erwarten sowohl für 2017 als auch für 2018 ein Wachstum von mehr als zwei Prozent. In Griechenland haben wir allerdings auch erkannt, dass wir – um nachhaltig wirtschaften zu können – ein Wachstumsmodell haben müssen, das mit dem früheren Status quo bricht.“

Griechenland wolle, so Tsakalotos, künftig im ganzen Land vermehrt auf ein umweltfreundliches und sozial integrativeres Wachstum setzen. Er fügte hinzu, dass die griechische Regierung den Institutionen (Europäische Kommission, EZB und IWF), die die makroökonomischen Anpassungen des Landes begleiten, in den kommenden Monaten ihre Entwicklungs- und Investitionsstrategie vorlegen werde.

In Luxemburg besuchte der griechische Finanzminister weitere Institutionen und Behörden wie den Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) und das Finanzministerium.

Die Konferenz des Bridge Forum Dialogue hatte mehr als 500 Teilnehmer, zu denen SKH Prinz Guillaume, Erbgroßherzog von Luxemburg, ebenso zählten wie Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna und Nicolas Schmit, Minister für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft.