Der Rat der Gouverneure der Europäischen Investitionsbank (EIB) hat heute in seiner Jahressitzung die Zielvorgaben für die Finanzierungstätigkeit der Bank im Jahr 2011 festgelegt. Darin ist vorgesehen, das Finanzierungsvolumen allmählich wieder auf das Vor-Krisen-Niveau zu senken. Nach den Rekordbeträgen von 79 Mrd EUR im Jahr 2009 und 72 Mrd EUR 2010 soll die EIB in diesem Jahr Darlehen von insgesamt 63 Mrd EUR vergeben.

„Dies steht in Einklang mit dem Ziel der Bank, das Finanzierungsvolumen allmählich wieder auf das Vor-Krisen-Niveau zu senken, da unser Krisenpaket von Anfang an als gezielte und vorübergehende Maßnahme für 2009 und 2010 konzipiert war“, erklärte EIB-Präsident Philippe Maystadt.

Zur Unterstützung der EU-Politik wird die EIB drei strategische Ziele verfolgen:

  • Strategie Europa 2020: Die Herausforderung besteht in erster Linie darin, die Beschäftigung und die Produktivität zu steigern, vor allem durch umfangreichere und bessere Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation.
  • Klimaschutz: Die Bekämpfung des Klimawandels gehört weiterhin zu den vorrangigen Zielen der Bank. 2010 kamen fast 30 Prozent der Darlehen der EIB Projekten zugute, die wesentlich dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen zu senken. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde im Rahmen der Finanzierungstätigkeit erneut dieser Anteil erreicht(1).
  • EU-Außenpolitik: Sofern für den Mittelmeerraum eine Anhebung der Finanzierungsobergrenze um 1 Mrd EUR genehmigt wird, könnte die EIB im Zeitraum 2011-2013 in den Mittelmeer-Drittländern rund 5,8 Mrd EUR bereitstellen. Dabei würde sie vor allem Länder unterstützen, die beim Übergang zu einem offeneren und demokratischeren System Fortschritte erzielt haben.

Rede des Präsidenten der EIB auf der Jahressitzung des Rates der Gouverneure

Hintergrundinformationen:

Die Europäische Investitionsbank ist die Institution der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Der Rat der Gouverneure der EIB setzt sich aus den Finanzministern der 27 EU-Mitgliedstaaten zusammen. Hauptaufgabe der Bank ist es, zur Integration, zur ausgewogenen Entwicklung und zum wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt der Mitgliedstaaten der EU beizutragen. Dabei unterstützt sie nicht nur Projekte in den Mitgliedstaaten, sondern finanziert auch Investitionsvorhaben in künftigen Mitgliedstaaten und in Partnerländern der EU. Die EIB nimmt an den Kapitalmärkten umfangreiche Mittel auf, aus denen sie zu günstigen Konditionen Darlehen für Projekte vergibt, die zum Erreichen der Ziele der EU-Politik beitragen. Die Bank erhält stets ein AAA-Rating. Dies ist auf die breite Unterstützung durch ihre Anteilseigner, die starke Kapitalbasis, die außergewöhnlich gute Qualität ihres Finanzierungsbestands, ein konservatives Risikomanagement und eine solide Mittelbeschaffungsstrategie zurückzuführen.



(1) Im Rahmen ihrer Klimaschutzmaßnahmen unterstützte die EIB im ersten Quartal 2011 unter anderem ein regionales Photovoltaikprogramm im Süden Frankreichs, den deutlichen Ausbau deutscher Offshore-Windkraftanlagen in der Ostsee sowie Wasserkraftprojekte in Österreich, Island und Chile.