Marcello Graziuso bleibt immer positiv, auch wenn er über Negatives spricht.

Warum haben wir negative Zinsen? Und warum könnte das eine gute Sache sein?

Unser Dictionary of Finance wäre nicht vollständig, würden wir nicht wenigstens einmal auf Gordon Gekkos berühmten Ausspruch im Film „Wall Street“ aus dem Jahr 1987 verweisen: „Gier ist gut.“ Heute ist es soweit:

Seit etwa vier Jahren versuchen die Zentralbanken, den Geschäftsbanken als gieriges Beispiel voranzugehen – in der Hoffnung, dass ihre Gier sie ansteckt. Wie das?

Erinnern Sie sich noch an eine unserer ersten Folgen, in der es um Zinsen ging – wie und warum sie festgelegt werden? Diese Woche sprechen wir darüber, was passiert, wenn Zentralbanken die Zinsen in den negativen Bereich absenken – also letztlich Strafzinsen berechnen, wenn Banken Geld bei ihnen parken.

Das ist gierig, oder? Die Zentralbanken wollten erreichen, dass die Geschäftsbanken auch gierig werden und deshalb lieber Kredite an Unternehmen vergeben. Sie hofften, die Banken würden eher Geld verdienen wollen, als für Einlagen bei der Zentralbank zu bezahlen.

Marcello Graziuso ist bei der Europäischen Investitionsbank für die Liquiditätssteuerung zuständig und erklärt, warum die umstrittene Politik letztlich funktioniert hat.

Wir erfahren auch, dass die realen Zinsen (die von einer Bank angebotenen Zinsen abzüglich Inflation) ohnehin oftmals negativ waren.

Marcello erklärt uns den Zusammenhang zwischen negativen Zinsen und der Abwertung einer Währung – und warum sich das normalerweise positiv auf die Exporte auswirkt.

Und schließlich verstehen wir auch, warum alle Maßnahmen der Zentralbanken zusammen – Zinssenkungen, „Geld drucken“ (die sogenannte quantitative Lockerung) und der Ankauf sicherer Staatsanleihen – Banken in risikoreichere Anlagen gedrängt haben.

„Gier in all ihren Formen, die Gier nach Leben, nach Geld, nach Liebe, Wissen hat die Entwicklung der Menschheit geprägt“, sagt Gekko in „Wall Street“. Man könnte auch sagen: „Gier wird das strauchelnde Unternehmen Europa retten. Vielen Dank dafür.“ Nun, hören Sie sich den Podcast an und entscheiden Sie selbst, ob Sie dem zustimmen können.

Machen Sie es sich bequem und überlegen Sie, ob Sie dem Negativen nicht etwas Positives abgewinnen können. Noch bequemer wird es, wenn Sie einfach unseren Podcast A Dictionary of Finance“ abonnieren. Dann haben Sie die Folgen automatisch auf Ihrem Smartphone! Sie finden uns in der Podcast-App auf dem iPhone, auf Stitcher oder auf  Spotify. Wir freuen  uns auch über Feedback auf Twitter (@EIBMatt oder @AllarTankler).