Dabei fällt unser Wasser buchstäblich vom Himmel, als Regen, der Grundwasser und Seen speist und wieder verdunstet.
Der nachfolgende Text gibt die Ansicht der Autoren wieder, die nicht unbedingt der Sichtweise der Europäischen Investitionsbank entspricht.
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Wasser – Quell des Lebens
Wasser ist Leben – seit Urzeiten prägt es die Existenz von Menschen, Tieren und Pflanzen.
Ozeane bedecken 70 Prozent der Erdoberfläche. Mit ihren riesigen Fischbeständen sind sie aber nicht nur Ökosystem und Nahrungsquelle – siehalten auch das Klima unseres Planeten im Gleichgewicht.
Wasserverbrauch
Unseren individuellen Wasserverbrauch haben wir unmittelbar vor Augen: beim Duschen und Waschen, in der Küche oder im Garten beim Gießen. In Kubikmeter gemessen und in Euro in Rechnung gestellt, ist diese Menge konkret und greifbar. Wassersparkampagnen haben uns dazu gebracht, Toilettenspülungen mit Spartasten auszurüsten, spezielle Strahlregler auf Wasserhähne zu montieren oder – besser noch - den Hahn beim Zähneputzen ganz zuzudrehen. Wir wissen also, dass wir unseren Verbrauch zu einem gewissen Grad selbst steuern können – zumindest im Rahmen jener zwölf Prozent, die auf Privathaushalte entfallen.
Jenseits des Süßwassers
Als Naturschützer betrachte ich die Welt stets als Ganzes. Denn alles auf unserer Erde hängt miteinander zusammen: die Artenvielfalt, die Luft- und Wasserqualität, das Klima, der Einfluss durch die Menschen und der Einfluss auf die Menschen. Wasser ist Teil eines riesigen Kreislaufs. Ich komme also nicht umhin, auch über Ozeane zu sprechen.
Die Ozeane – oder eher der Ozean – sind Wassermassen, die zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten südlichen Breitengrad entlang dem antarktischen Kontinent aufeinandertreffen. Ihre Namen – Atlantik, Indischer Ozean und Pazifik – erhielten sie von Seefahrern, Entdeckern und Geografen. Riesige Meeresströmungen durchqueren die Ozeane. Warme Oberflächenströmungen und kalte Tiefenströmungen transportieren gewaltige Wassermassen. Die Oberflächenströmungen bewegen rund zehn Prozent der gesamten Wassermasse der Ozeane, und diese etwa 300 Meter dicke Schicht steht im Wechselspiel mit der Atmosphäre: über Verdunstung und Winde, über Wolken, die zu Niederschlägen führen, oder über ozeanische Wirbel, in deren Zentren sich Müll sammelt.
Alles auf unserer Erde hängt miteinander zusammen: die Artenvielfalt, die Luft- und Wasserqualität, das Klima, der Einfluss durchdie Menschen und der Einfluss auf die Menschen.
Auch die Weltmeere leiden unter den Menschen – mit absehbaren Folgen für eine Vielzahl von Lebewesen. Die Erderwärmung treibt einige Arten in kältere Gewässer, und die Ozeane versauern durch die übermäßige Kohlendioxidaufnahme aus der Atmosphäre. Dies führt zu Korallenbleiche, bedroht die Artenvielfalt und lässt die Fischbestände schrumpfen.
Und dann ist da noch der Müll. Die meisten Menschen haben keinen direkten Bezug zu den Meeren – sie sind riesig und sie liegen oft außerhalb unseres Horizonts. Doch ihre Verschmutzung nimmt zu, und 80 Prozent des Mülls, der in den Ozeanen herumschwimmt, wird von uns Menschen an Land produziert. Die achtlos in den Gully geworfene Zigarettenkippe schafft es durchaus bis an die Küste. Und eine Plastiktüte, die nur wenige Minuten benutzt wird, um das Gemüse aus dem Supermarkt nach Hause zu bringen, findet sich eines Tages in einem riesigen Wirbel im Pazifischen Ozean wieder – auf dem „siebten Kontinent“, einer Insel aus halbzersetztem Plastik, sechsmal so groß wie Frankreich. Oder in kleineren ähnlichen Müllinseln in den anderen Ozeanen. Um zu verdeutlichen, wie groß das Ausmaß der Verschmutzung durch den Menschen ist - stellen Sie sich vor, riesige Laster kippten im Sekundentakt Plastikmüll ins Meer.
Sie fragen sich, was das mit unserem eigentlichen Thema – dem Wasser – zu tun hat? Ganz einfach: Der Zusammenhang ist keine Frage von Ursache und Wirkung, er entsteht vielmehr durch unser Verhalten, unsere Beziehung zur Umwelt und zu uns selbst. Erst wenn es uns gelingt, unsere Umwelt im Alltag zu schützen, können wir auch das Wasserproblem in seiner Gesamtheit anpacken und lösen.
Wasserkatastrophen
Nicht immer bringt Wasser Leben, es kann auch zerstören. Die Folgen für Mensch und Tier sind uns allen bekannt.
Die meisten Naturkatastrophen stehen im Zusammenhang mit Wasser – 70 Prozent der katastrophenbedingten Todesfälle gehen auf das Konto von Überschwemmungen. Der Klimawandel führt zu immer extremeren Wetterereignissen, die je nach Region und Jahreszeit von sintflutartigen Regenfällen bis hin zu langen Dürreperioden reichen können. Das erwärmte Oberflächenwasser der Ozeane hat zur Folge, dass Zyklone, Hurrikane und Taifune in Frequenz und Intensität zunehmen.
Wasser ist Hoffnung
Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung haben. So steht es im 6. Entwicklungsziel der Vereinten Nationen. Dieses Ziel hängt eng mit den anderen 16 UN-Entwicklungszielen zusammen, denn Wasser bildet die Basis für Entwicklung, Gesundheit und Ernährungssicherheit.
Wasser ist ein Gemeingut, mit dem alle nachhaltig umgehen müssen: Privathaushalte und Industrie, Länder und Kommunen.
Viele Unternehmen haben in ihren Analysen bereits festgestellt, dass Wassermanagement, Klimawandel und Umweltauswirkungen mit ihrem Gewinn zusammenhängen. Die Umweltorganisation Carbon Disclosure Project (CDP) erfasst in ihrem Bericht 2017 Informationen zum Wassermanagement von mehr als 2 000 Unternehmen aus aller Welt. Einige sehr fortschrittliche Firmen setzen einen internen Wasserpreis fest, um die ökologischen und sozialen Kosten und den entsprechenden Nutzen zu berücksichtigen. 2017 verpflichteten sich diese Unternehmen, 23,4 Milliarden US-Dollar für über 1 000 Wasserprojekte in 91 Ländern zur Verfügung zu stellen. Das ist viel Geld. Nach Schätzungen der G20 müssten Privatwirtschaft, Kommunen und Länder bis 2030 allerdings 7 300 Milliarden US-Dollar in den Wassersektor investieren. Die derzeitigen Prognosen deuten auf eine Investitionslücke von 1 500 Milliarden US-Dollar hin.
Damit Wasser auch künftig Leben ist
Wir Menschen sollten uns bewusst sein, dass Wasser Teil eines Kreislaufs ist, der auch eine Phase der Regeneration umfasst. Dieser Zyklus folgt einem eigenen Rhythmus, und er passt kaum in eine Gesellschaft, die alles verpackt und in der alles sofort verfügbar sein muss. Nur wenn wir anfangen, in langen Zeiträumen zu denken, kann Wasser wieder seine ursprüngliche Funktion erfüllen: als Ressource für die Zukunft und Quell des Lebens.
Wasser ist Leben. Mit Darlehen und technischer Hilfe trägt die EIB dazu bei, dass Menschen in Europa und in anderen Ländern Zugang zu sauberem Wasser haben und moderne Abwasseranlagen erhalten. Hier erfahren Sie mehr über das Engagement der EIB im Wassersektor.
Der nachfolgende Text gibt die Ansicht der Autoren wieder, die nicht unbedingt der Sichtweise der Europäischen Investitionsbank entspricht.
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