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Die Europäische Investitionsbank (EIB) und Deutschland stocken den 2021 eingerichteten Fonds für grünen Wasserstoff auf und geben damit wichtige Impulse für die Wasserstoffwirtschaft weltweit. Die EIB hat heute einen zusätzlichen Beitrag Deutschlands zu dem von der Bank umgesetzten Fonds bestätigt. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten. Künftig kann der Fonds Initiativen oder Projekte in Entwicklungsländern rund um grünen Wasserstoff nicht nur mit strategischer Beratung und technischer Hilfe unterstützen, sondern auch mit Investitionszuschüssen.

„Grüner Wasserstoff kann Industrien dabei helfen, ihre CO2-Bilanz zu verbessern“, sagte EIB-Präsident Werner Hoyer. „Die Länder des globalen Südens haben ein enormes Potenzial, die nötige erneuerbare Energie für grünen Wasserstoff zu produzieren. Mit dem Fonds schlagen wir eine Brücke zwischen den innovativen Projekten, mit denen wir die Erderwärmung auf ein akzeptables Maß begrenzen können, und der wirtschaftlichen Entwicklung der am stärksten von den Klimafolgen betroffenen Länder und Regionen. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bieten wir über den Fonds technische Hilfe und Investitionszuschüsse. So können unsere Partner grünen Wasserstoff in ihre Klimaschutzpläne integrieren und Infrastrukturprojekte entwickeln, die grünen Wasserstoff in großem Maßstab verfügbar machen.“

Durch die zusätzlichen Mittel schrumpft die Finanzierungslücke bei Großprojekten im Bereich grüner Wasserstoff. Der Fonds fördert Investitionen und Beratung entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Erzeugung grünen Wasserstoffs über die Verarbeitung und die Speicher- und Transportinfrastruktur bis hin zu nachgelagerten Wasserstoffprodukten. Damit leistet er wichtige Anschubhilfe für die Wasserstoffwirtschaft weltweit.

Da die Wasserstofftechnologien noch neu sind und es noch keine etablierten Märkte gibt, ist die Projektentwicklung und -finanzierung komplexer, teurer und riskanter. Internationale Wasserstoffprojekte kämpfen derzeit mit Problemen wie ungünstige Marktbedingungen, regulatorische Risiken, mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz und langwierige Genehmigungsverfahren. Unterstützung von öffentlicher Seite ist daher ein wichtiges Signal, um weitere Investitionen zu mobilisieren und Risiken zu mindern. Entsprechend dient der Fonds als Plattform für die Zusammenarbeit mit anderen Entwicklungsbanken und privaten Finanzinstituten.

Mit der Aufstockung der Mittel vertiefen die EIB Global, der Geschäftsbereich der EIB für Entwicklung, und das deutsche Wirtschaftsministerium ihre enge Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff. Durch die Möglichkeit, Investitionszuschüsse zu vergeben, wird der Fonds künftig noch effektiver. Diese Zuschüsse sind wichtig, um Projekte anzuschieben, die bei traditionellen Investoren oft als zu riskant gelten. Die geförderten Projekte werden voraussichtlich etwa das 3- bis 100-Fache der Zuschüsse an Folgeinvestitionen mobilisieren, je nachdem, ob es sich um Pilotprojekte handelt oder um Projekte, die bereits für die großtechnische Erzeugung von grünem Wasserstoff ausgelegt sind.

Insgesamt leistet der Fonds einen Beitrag zur globalen Energiewende, er fördert eine nachhaltige und emissionsfreie wirtschaftliche Entwicklung, und er dient den Klimazielen. Auch im Hinblick auf eine bessere Energieversorgungssicherheit der EU bietet er Potenzial.

Hintergrundinformationen

Für die Entwicklung von erneuerbarem Wasserstoff sind erhebliche Investitionen nötig. In der EU ist die EIB ein wichtiger Geldgeber dafür. Die Bank der EU hat in den letzten zehn Jahren über eine Milliarde Euro für Wasserstofftechnologien bereitgestellt. Mit dem Geld wurden insgesamt über zwei Milliarden Euro mobilisiert. Derzeit unterstützt die Bank Technologien wie Elektrolyseure, Katalysatoren und Brennstoffzellen. Sie finanziert auch die großtechnische Herstellung von Wasserstoff, einschließlich Elektrolyse, Kohlenstoffabscheidung und -speicherung sowie Wasserstofftankstellen.