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Fast 540 000 Senegalesinnen und Senegalesen haben bald Zugang zu sauberer und bezahlbarer Energie. Dies verdanken sie zwei neuen Fotovoltaikanlagen, die von der IFC, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Proparco im Rahmen des „Scaling Solar“-Programms der Weltbankgruppe finanziert werden.

Die zwei Anlagen mit einer Gesamtleistung von 60 Megawatt Wechselstrom wurden letzten Monat in Kael und Kahone in Westsenegal in Betrieb genommen. Mit Preisen von 3,98 und 3,80 Eurocent pro Kilowattstunde ist der Strom nirgendwo in Subsahara-Afrika billiger. Außerdem werden pro Jahr 89 000 Tonnen CO2 vermieden.

Die beiden Anlagen werden gesponsert von Engie, Meridiam und dem Senegalese Sovereign Wealth Fund for Strategic Investments (FONSIS). Die Ausschreibung wurde von der senegalesischen Energieregulierungskommission (CRSE) geleitet.

Obwohl der Zugang senegalesischer Haushalte zum Strom in den letzten 30 Jahren stark zugenommen hat, ist immer noch fast ein Viertel der Bevölkerung davon abgeschnitten. Der senegalesische Stromsektor ist seit jeher auf kostspielige Brennstoffimporte angewiesen, sein Energiemix basiert zu rund 80 Prozent auf Öl.

Mathieu Peller, COO von Méridiam Afrique: „Die Solaranlagen in Kael und Kahone zeigen, dass wir uns für Senegals Übergang zu sauberer und erschwinglicher Energie einsetzen und nebenbei Geschäftschancen für Einheimische schaffen. Die beiden Projekte sollen 540 000 Menschen mit billigem Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen – ein Rekord in Subsahara-Afrika. Außerdem entstehen 400 direkte und indirekte lokale Arbeitsplätze.“

Das Finanzierungspaket umfasst vorrangige Darlehen von 38 Millionen Euro von der IFC, dem Finland-IFC Blended Finance for Climate Program, der Europäischen Investitionsbank und dem französischen Entwicklungsfinanzierungsinstitut Proparco. Die zur Weltbankgruppe gehörende Multilaterale Investitionsgarantie-Agentur (MIGA) stellte 6,9 Millionen Euro in Form von Garantien bereit, um die Anlagen für bis zu 15 Jahre vor nichtkommerziellen Risiken zu schützen.

Die Projekte in Kahone und Kael wurden gemeinsam mit der  „Power Africa“-Initiative der Internationalen Entwicklungsbehörde der Vereinigten Staaten (USAID), den Niederlanden, der Rockefeller Foundation und dem Infrastructure Development Collaboration Partnership Fund (DevCo) umgesetzt. 

Sérgio Pimenta, IFC-Vizepräsident für den Nahen Osten und Afrika: „Die Anlagen in Kahone und Kael zeugen vom Erfolg des ‚Scaling Solar‘-Programms. Vom Start bis zur Inbetriebnahme konnte der Staat mithilfe des Programms Weltklasseinvestoren gewinnen, den Wettbewerb anregen und noch nie da gewesene Niedrigpreise für Solarstrom erreichen. Diese Projekte haben die Möglichkeiten für mehr Solarinvestitionen in der gesamten Region aufgezeigt.“

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Der Zugang zu zuverlässiger, erschwinglicher und sauberer Energie ist für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Investitionsbank, afrikanischen und internationalen Partnern durch Scaling Solar mobilisiert Investitionen in die Solarenergie im Senegal und gibt uns die Möglichkeit, die grüne Wende in Afrika zu beschleunigen.“

Proparco-CEO Gregory Clemente: „Proparco freut sich über die erfolgreiche Inbetriebnahme der Solarkraftwerke in Kahone und Kael, die einen neuen Meilenstein auf Senegals Weg zu einer CO2-armen Zukunft darstellen. Der erzeugte Strom ist einer der billigsten in Subsahara-Afrika. Dies unterstreicht das große Potenzial der Solarenergie in Senegal und welch großen Beitrag Entwicklungsfinanzinstitute wie Proparco zur nachhaltigen Entwicklung des Landes und des Kontinents beitragen können.“

Senegal ist das zweite Land, in dem über das Programm „Scaling Solar“ finanzierte Fotovoltaikprojekte in Betrieb genommen werden. Im März 2019 wurde die erste über Scaling Solar finanzierte und ausgeschriebene Solaranlage in Sambia eingeweiht. Das „Scaling Solar“-Programm wächst weiter und unterstützt Projekte in Afghanistan, Côte d’Ivoire, Madagaskar, Togo und Usbekistan, die sich in verschiedenen Entwicklungsphasen befinden.

Hintergrundinformationen

Scaling Solar

Scaling Solar: ist ein Programm der Weltbankgruppe, das es Staaten erleichtert, große Solarprojekte mithilfe privater Finanzierungen schnell zu beschaffen und umzusetzen. Es umfasst fachliche Beratung, Musterunterlagen, vorab genehmigte Finanzierungen, Versicherungsprodukte und Garantien. Scaling Solar wurde in Zusammenarbeit mit Dänemark, Korea, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, der „Power Africa“-Initiative der Internationalen Entwicklungsbehörde der Vereinigten Staaten (USAID) und der Private Infrastructure Development Group entwickelt.

Die International Finance Corporation - IFC

Die Weltbanktochter IFC ist das größte weltweit tätige Entwicklungsfinanzierungsinstitut. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem privaten Sektor in Schwellenländern. Sie nutzt ihre Finanzierungsmittel, ihr Know-how und ihren Einfluss in mehr als 100 Ländern, um in Entwicklungsländern Märkte und Chancen zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2020 investierte sie 22 Milliarden Euro in private Unternehmen und Finanzinstitute in Entwicklungsländern. Damit setzt sie auf das Potenzial des Privatsektors, um extreme Armut zu beenden und gemeinsamem Wohlstand zu fördern.

Proparco

Die Proparco ist der privatwirtschaftliche Finanzierungsarm der Agence Française de Développement (AFD). Seit über 40 Jahren fördert sie eine nachhaltige wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung. Die Proparco finanziert und unterstützt Unternehmen und Finanzinstitute in Afrika, Asien, Lateinamerika und im Nahen Osten. Dabei konzentriert sie sich auf die wichtigsten Entwicklungssektoren: Infrastruktur, vor allem für erneuerbare Energien, Agrarindustrie, Finanzinstitute, Gesundheit und Bildung. Die Proparco will den Beitrag privater Akteure zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung stärken, die 2015 von der internationalen Gemeinschaft verabschiedet wurden. Zu diesem Zweck finanziert die Proparco Unternehmen, die für Arbeitsplätze und angemessen Einkommen sorgen, wesentliche Güter und Dienstleistungen bereitstellen und zum Kampf gegen Klimawandel beitragen. Für eine gemeinsame Welt.