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Im Juni 2014 gaben die Belfius Bank und die Europäische Investitionsbank (EIB) eine Partnerschaft mit dem Ziel bekannt, die Entwicklung „intelligenter Städte“ („Smart Cities“) in Belgien zu fördern. Es handelte sich um die erste Partnerschaft dieser Art in Europa. Seitdem sind mehr als 100 intelligente und nachhaltige Projekte unterstützt worden, die vorwiegend einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft leisten. Zu diesem Zweck boten die beiden Institute eine besondere Betreuung und günstige Finanzierungskonditionen für diese Projekte an. Bisher sind insgesamt 660 Millionen Euro bereitgestellt worden, davon 260 Millionen im Rahmen des erst vor zehn Monaten gestarteten zweiten Programms (Smart Cities, Climate Action & Circular Economy). Dies ist ein mehr als positives Ergebnis. Es zeigt, dass die „Smart Cities“-Initiative in Belgien auf einem sehr guten Weg ist und auch die kleinsten Kommunen erreicht hat.

Am 4. Juni 2014 beschlossen die Belfius Bank und die EIB, belgischen Städten und Gemeinden gemeinsam 400 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise wollten die beiden Institute ihnen dabei helfen, intelligente und nachhaltige Projekte in den Bereichen Mobilität, Stadtentwicklung und Energieeffizienz umzusetzen. Die Mittel werden jeweils zur Hälfte von der EIB und der Belfius Bank zur Verfügung gestellt. Ziel war es, die Darlehenskosten durch die günstigen Konditionen der EIB-Finanzierungen so stark wie möglich zu senken und die „Smart Cities“-Initiative im Zuge dieser Dynamik zum neuen Standard für die Städte und Gemeinden der Zukunft zu machen.

Im Rahmen des ersten Programms („Smart Cities & Sustainable Development“) konnten in zweieinhalb Jahren 62 Projekte finanziert werden, die mehr als 1 400 000 Menschen zugutekamen. Angesichts dieses Erfolgs und der Nachfrage beschlossen die Belfius Bank und die EIB Ende 2016, weitere 400 Millionen Euro bereitzustellen, um zusätzliche intelligente Projekte von Städten und Kommunen, Gemeindeverbänden und öffentlichen Sozialhilfezentren (Centres Public d'Aide Sociale – CPAS) sowie von Organisationen und Institutionen des Bildungs- und des Gesundheitssektors zu finanzieren, zu fördern und zu betreuen.

Im Rahmen der Initiative Smart Cities, Climate Action & Circular Economy sind bereits 40 Projekte mit insgesamt 260 Millionen Euro unterstützt worden

Das neue Programm Smart Cities, Climate Action & Circular Economy wurde somit auf den Bildungs- und den Gesundheitssektor ausgeweitet und übernimmt den Kreislaufgedanken beim Verbrauch von Ressourcen. Es umfasst nicht mehr nur die Bereiche Energieeffizienz, Mobilität und Stadtentwicklung, sondern auch Wasser (Verteilungsnetze, Kanalisation, Entwässerung, Kläranlagen), Abfall (getrennte Abfallsammlung, Mülltrennung, biologische Abfallbehandlung, Klärschlammbehandlung und Energieerzeugung) und E-Government (vor allem Open Data). Neben den Kriterien Integration, Innovation und Nachhaltigkeit werden die zu fördernden Projekte künftig auch besonders auf ihren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz geprüft.

In nur zehn Monaten wurden im Rahmen dieses zweiten Programms 40 Projekte mit insgesamt 260 Millionen Euro gefördert. Das erste Projekt wurde Anfang September in Flémalle in der Provinz Lüttich eingeweiht. Es betraf die energetische Sanierung einer städtischen Schule in nicht isolierter Fertigbauweise.

Zwei Millionen Menschen im ganzen Land

Städte und Gemeinden spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und bei der Entwicklung der Kreislaufwirtschaft. Sie setzen ein Beispiel und schaffen so für Unternehmen, Privatpersonen und andere Organisationen einen Anreiz, sich an der Strategie „Europa 2020 – Für ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ zu beteiligen. Zahlreiche belgische Städte und Gemeinden haben bereits den ersten Schritt getan und den Bürgermeisterkonvent unterzeichnet, in dem sie sich verpflichten, ihre CO2-Emissionen freiwillig zu verringern. Über ihre gemeinsamen Programme „Smart Cities, Climate Action & Circular Economy“ und „Smart Cities & Sustainable Development“ wollen die Belfius Bank und die EIB sie bei diesen Bemühungen bestmöglich unterstützen.

Bis heute sind bereits für 102 Projekte Darlehen im Rahmen dieser Programme gewährt worden. Diese Projekte befinden sich gerade in der Durchführungsphase oder sind bereits abgeschlossen. Sie kommen über zwei Millionen Menschen zugute. Projektträger sind oder waren unter anderem Kommunen, Sozialhilfezentren, Gemeindeverbände und Einrichtungen auf Provinzebene.