Die Beratungsteams der Europäischen Investitionsbank und die Europäische Kommission unterstützen gezielt die Entwicklung innovativer Projekte. Dadurch können Projektträger leichter Mittel aus dem Innovationsfonds und anderen EU-Finanzierungsprogrammen abrufen, nationale Zuschüsse in Anspruch nehmen und privates Kapital anziehen. Ziel ist es, die Projekte finanziell und technisch umsetzungsreif zu machen. Unterstützt werden Vorhaben, die maßgeblich zur Treibhausgasminderung beitragen können.
Der Innovationsfonds gehört weltweit zu den größten Förderprogrammen für die Demonstration innovativer CO2-armer Technologien. Er hilft, industrielle Lösungen auf den Markt zu bringen, die Europa dekarbonisieren, den Übergang zur Klimaneutralität fördern und dabei europäische Unternehmen wettbewerbsfähiger machen. Im Zeitraum 2020–2030 stellen wir dafür rund 40 Milliarden Euro bereit (bei einem CO2-Preis von 75 Euro pro Tonne CO2).
Umgesetzt wird der Innovationsfonds von der Europäischen Kommission mit Unterstützung der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt.
Unser Angebot
Durch die Unterstützung bei der Projektentwicklung werden Projekte investitionsreif und damit fit für die nächste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des Innovationsfonds. Mit unserer maßgeschneiderten Beratung können Projektträger technische oder finanzielle Aspekte nachbessern:
Due-Diligence-Prüfung
- Bewertung der Projektreife
- Technische Due Diligence
- Finanzielle Pre-Due Diligence
Finanzielle Beratung
- Businessplan und Marktanalyse
- Finanzprognosen, Planung und Modellierung
- Kapitalstrukturierung, Finanzierungs-Fahrplan oder Bewertung der Bankfähigkeit
Technische Beratung
- Technische Studien für einen Antrag beim Innovationsfonds
- Wirtschaftliche Analyse
- Hilfe bei Konzeptentwicklung, Engineering, Auftragsvergabe und Durchführung
Antrag stellen
Legen Sie ein Kundenkonto an und senden Sie Ihre Fragen direkt an unser Team vom Innovationsfonds. Nach der Anmeldung kann Ihr Unternehmen uns kontaktieren und Unterstützung bei der Projektentwicklung beantragen.
Für den Antrag füllen Sie bitte das Formular aus und reichen, soweit vorhanden, folgende Unterlagen ein:
- Businessplan und erstes Finanzierungsmodell
- Machbarkeitsstudie mit entsprechenden technischen Studien
- Vergabestrategie oder entsprechende Vereinbarungen
- sonstige unterstützende Studien, die die Projektinnovation, das Potenzial für Treibhausgaseinsparungen und die Replizierbarkeit belegen
Aufgrund der hohen Anzahl an Bewerbungen können wir nur ausgewählte Kandidaten kontaktieren. Wenn Sie innerhalb von 90 Tagen nach Einreichung Ihrer Bewerbung keine Antwort erhalten haben, wurde Ihr Vorschlag für diese Runde nicht ausgewählt.
Kriterien
Vor der Antragsstellung vergewissern Sie sich bitte, dass Ihr Projekt den Förderkriterien des Innovationsfonds entspricht. Das Projekt muss:
- in der Europäischen Union, Island, Liechtenstein oder Norwegen durchgeführt werden
- innovativ sein und realistische Erfolgsaussichten für die Demonstration oder Vorkommerzialisierung haben
- das Potenzial haben, die Treibhausgasemissionen erheblich zu mindern
- replizierbar und skalierbar sein
- gute Chancen haben, innerhalb von vier Jahren ab Vorbereitung des Zuschusses die Gewinnschwelle zu erreichen
Gefördert werden Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS), innovative CO2-arme Technologien und Prozesse in energieintensiven Branchen, Energiespeicher, klimaneutrale und CO2-arme Mobilität (See-, Luft-, Schienen- und Straßenverkehr) sowie Gebäude gemäß Anhang I und III der EU-EHS-Richtlinie 2003/87/EG.
Die Unterstützung für ausgewählte förderfähige Projekte erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs der Anträge, unabhängig davon, ob für die Projekte schon Anträge im Rahmen bereits abgeschlossener Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen eingereicht wurden oder künftig noch eine andere Form von Unterstützung aus dem Innovationsfonds beantragt werden soll.
Hinweis: Nicht förderfähig sind Projekte, für die bei einer kürzlich gestarteten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Unterstützung aus dem Innovationsfonds Anträge eingereicht wurden, die derzeit geprüft werden oder für die bereits ein Zuschuss gewährt wurde. Projekte können nur einmal Unterstützung bei der Projektentwicklung aus dem Innovationsfonds erhalten.
Projektträger können zustimmen, dass das Projekt in ihrem Antrag an den Innovationsfonds für eine Unterstützung bei der Projektentwicklung berücksichtigt wird. In diesem Fall leitet die zuständige Abteilung die Projektunterlagen – sofern sie die erforderlichen Bedingungen erfüllen – nach Abschluss der Prüfung für jede Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen automatisch an die EIB weiter.
Auswahl- und Antragsverfahren
Das zuständige EIB-Beratungsteam prüft Ihren Antrag, um festzustellen, ob Ihr Projekt förderfähig ist und sich für eine Unterstützung bei der Projektentwicklung eignet. Zu den Bewertungskriterien gehören auch Indikatoren, die auf eine ausgewogene geografische Verteilung abzielen, um EU-Länder mit geringer tatsächlicher Beteiligung zu unterstützen, sektorale Ausgewogenheit und ein hohes Potenzial der Projekte zur Verbesserung des Reifegrads.
Anträge, die die Kriterien für eine Unterstützung bei der Projektentwicklung erfüllen, werden zur endgültigen Entscheidung an die Europäische Kommission übermittelt.
Sobald Ihr Projekt ausgewählt wurde, legen wir gemeinsam den konkreten Umfang der Leistungen und den Zeitplan für ihre Erbringung fest.
Anschließend unterzeichnen wir einen formellen Beratungsvertrag.
Bei der Erbringung der vereinbarten Leistungen arbeitet unser Beratungsteam eng mit Ihnen zusammen, denn nur durch Ihre umfängliche Beteiligung lassen sich bestmögliche Ergebnisse erzielen. Je nach Leistungsumfang können wir für die Unterstützung bei der Projektentwicklung auch externe Beraterinnen und Berater hinzuziehen. Alle Leistungen sind für den Projektträger kostenlos.
Unsere Hilfe in Zahlen
Vom Innovationsfonds unterstützte Projekte
Seit 2021 unterstützen wir die Entwicklung von Projekten in vielen Sektoren und europäischen Ländern.
Land: Lettland
Sektor: Raffinerien
Projektträger: SIA BIOREFIC IRG
SPARK ONE ist ein wegweisendes Projekt für erneuerbares Methanol, entwickelt von Biorefic IRG in Partnerschaft mit dem führenden Abfallwirtschaftsunternehmen im Baltikum. Der Standort im Freihafen Ventspils (Lettland) wird jährlich 65 000 Tonnen grünes Methanol für die chemische Industrie und die Schifffahrt produzieren.
Das Projekt nutzt modulare Technologien für fortschrittliche Vergasung und die Produktion von grünem Wasserstoff und setzt dabei nicht recycelbare Haushaltsabfälle sowie Forstrestholz als Ausgangsmaterial ein. SPARK ONE ist auf hohe Effizienz und operative Resilienz ausgelegt und soll branchenführende Kostenvorteile bei der Produktion von erneuerbarem Methanol bringen.
Land: Schweden
Sektor: CO2-Transport und -Speicherung
Projektträger: Växjö Energi AB (VEAS)
Das Ziel von POSCLIMB besteht darin, bis zu 200 Kilotonnen negative Emissionen pro Jahr zu erfassen, zu transportieren und dauerhaft zu speichern. Dafür wird eine erstmals realisierte landgestützte Wertschöpfungskette für Bioenergie‑CO2‑Abscheidung und ‑Speicherung (BECCS) aufgebaut, um zu den Zielen des Pariser Abkommens beizutragen.
POSCLIMB kombiniert bestehende und neue Technologien und arbeitet mit Partnern entlang der gesamten Wert‑ und Logistikkette zusammen. Die Logistikkette setzt auf minimale Emissionen, indem der Transport vom Emissionspunkt bis zum Speicherstandort über eine Kombination aus Bahn‑ und Schiffstransport erfolgt.
Die entstandenen negativen Emissionen werden in Gutschriften umgewandelt und am freien Markt verkauft, was die europäische Bioökonomie stärkt.
Land: Frankreich
Sektor: Raffinerien
Projektträger: Verso Energy
Das von Verso Energy entwickelte OrCHyDé‑Projekt zielt auf die Errichtung einer modularen und flexiblen Anlage zur Herstellung von E‑Methanol in Origny‑Sainte‑Benoite (Frankreich) ab. Es baut auf dem integrierten Modell von Verso Energy auf, das von erneuerbarer Energie bis zur Produktion synthetischer Kraftstoffe reicht.
Das Projekt soll die E‑Methanol‑Produktion auf industrielles Niveau ausbauen, die Prozesseffizienz verbessern und das Spektrum der Endprodukte erweitern. Als nachhaltiger, CO2‑armer Kraftstoff hat E‑Methanol das Potenzial, die Transformation der Schifffahrt oder der chemischen Industrie hin zu den Klimaneutralitätszielen der EU zu unterstützen.
Das vollständig integrierte Projekt soll jährlich rund 50 Kilotonnen E‑Methanol erzeugen und etwa 90 Kilotonnen biogenes CO2 verarbeiten. OrCHyDé steht für Origny Carburant et Hydrogène Décarboné (dekarbonisierte Kraftstoffe und Wasserstoff aus Origny) und soll über einen Zeitraum von zehn Jahren zu einer Vermeidung von rund 770 Kilotonnen CO2 gegenüber herkömmlichem Schiffskraftstoff führen. Dieses Projekt lässt sich in Frankreich und in der Europäischen Union voraussichtlich gut replizieren.
Land: Norwegen
Sektor: Raffinerien
Projektträger: Norsk e-Fuel AS
Synrise im norwegischen Mosjøen wird eine der ersten Power-to-Liquid-Anlagen im industriellen Maßstab sein, die nachhaltigen Flugkraftstoff (e-SAF) und e-Naphtha produziert.
Das Projekt nutzt erneuerbaren Strom zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und kombiniert diesen mit abgeschiedenem CO2. Dabei kommt ein optimiertes Fischer‑Tropsch‑Verfahren zum Einsatz, das durch innovative Technologien ergänzt wird, darunter ein elektrisch beheizter e‑RWGS‑Reaktor sowie fortschrittliche CO2-Recyclingsysteme. Synrise wird die Lebenszyklus-Emissionen deutlich reduzieren, indem fossile Kraftstoffe durch vollständig erneuerbare Alternativen ersetzt werden.
Diese Kombination ermöglicht eine hohe CO2-Konversionseffizienz und hohe e-SAF-Ausbeuten. Sie hilft der Luftfahrt und der Chemieindustrie, die EU-Klimaziele und RFNBO-Anforderungen zu erfüllen. Das Projekt fungiert als Katalysator für die entstehende europäische E‑Fuel‑Industrie, stimuliert die Nachfrage nach grünem Wasserstoff und CO2‑Abscheidung, stärkt die Lieferketten und fördert die strategische Autonomie der EU bei innovativen Technologien und beim Zugang zu fossilfreien Flüssigkraftstoffen.
Synrise wird als erste Demonstrationsanlage ihrer Art die Verbreitung von E-Fuels europaweit beschleunigen. Die Anlage wurde von Norsk e-Fuel entwickelt und wird von einem starken Konsortium unterstützt.
Land: Griechenland
Sektor: Chemikalien
Projektträger: ProEuropean Trading GmbH
Das Projekt H2CRETE Valley ist ein Großprojekt zur Herstellung von grünem Ammoniak in Atherinolakos auf Kreta, Griechenland. Es kombiniert einen 100-Megawatt-PEM-Elektrolyseur mit der Haber-Bosch-Synthese, um mit erneuerbarem Strom und entsalztem Meerwasser jährlich etwa 77 770 Tonnen grünen Ammoniak herzustellen.
Ziel des Projekts ist die Dekarbonisierung von Branchen, in denen die Emissionsminderung besonders schwierig ist. Es richtet sich an nationale und internationale Märkte, darunter Häfen, Zementwerke und Tankstellen in Griechenland und anderen EU-Ländern. Projektträger ist die ProEuropean Trading GmbH mit Sitz in Deutschland.
Das Unternehmen baut Know-how in den Bereichen grüne Wasserstoffinfrastruktur, schlüsselfertige Energielösungen und Projektfinanzierung auf mit H2CRETE als zentralem Referenzprojekt.
Land: Deutschland
Sektor: Wasserstoff
Projektträger: RWE GENERATION SE
HyVoerde ist ein integriertes Projekt für grünen Wasserstoff im nordrhein-westfälischen Voerde und wurde im Zuge der Umwandlung des früheren Kohlekraftwerks zu einem Knotenpunkt für grüne Energie entwickelt.
Der Elektrolyseur mit einer Anfangsleistung von 10 bis 20 Megawatt soll im Frühjahr 2030 in Betrieb gehen und vor Ort an einen großen Batteriespeicher sowie über das deutsche Wasserstoff-Kernnetz an einen H2-Salzkavernenspeicher angeschlossen werden. Der Standort Voerde bietet hohes Potenzial für künftige Kapazitätserweiterungen.
Das Projekt soll Treibhausgasemissionen eindämmen, indem grüner Wasserstoff für die wasserstoffbasierte Mobilität und industrielle Nutzung hergestellt wird. In unmittelbarer Nähe des Elektrolyseurs ist eine Wasserstoff-Tankstelle für Trailer und MEGC-Container geplant.
HyVoerde umfasst mehrere technische, kommerzielle und systemische Innovationen, die primär auf Effizienzsteigerungen und bessere Wasserstoff‑Lieferketten abzielen. Dazu zählen ein optimiertes Strommanagement sowie strukturierte Versorgungsprofile für grünen Wasserstoff im Rahmen einer dualen Speicherstrategie, die einen vorausschauenden, flexiblen und wirtschaftlich optimalen Betrieb des Elektrolyseurs über seine gesamte Lebensdauer hinweg ermöglicht.
Der genehmigte Flächennutzungsplan sowie gute Fortschritte beim Netzanschluss erhöhen die Projektreife. Aufgrund seiner hohen Projektreife wurde HyVoerde 2024 mit dem STEP-Siegel der EU ausgezeichnet.
Land: Norwegen
Sektor: Chemikalien
Projektträger: CARBON RECYCLING INTERNATIONAL (CRI)
Im Rahmen des Projekts „Finnfjord e-methanol“ (FINNEM) soll am Produktionsstandort des Ferrosilicium-Werks von Finnfjord in Nordnorwegen eine neuartige Anlage im kommerziellen Maßstab zur Herstellung von E-Methanol entstehen.
Der Produktionsprozess basiert auf der von Carbon Recycling International (CRI) entwickelten Emissions‑to‑Liquids‑Technologie (ETL). Dabei werden unvermeidbare industrielle CO2‑Emissionen abgeschieden, gereinigt und anschließend mit durch Wasserelektrolyse gewonnenem Wasserstoff in Methanol umgewandelt.
Land: Griechenland
Sektor: Eisen und Stahl
Projektträger: HELLENIC HALΥVOURGIA SA
Das RETROFIT‑Projekt zielt auf eine CO2-arme Stahlherstellung ab, indem es vor‑ und nachgelagerte Prozesse der Stahlproduktion in einem integrierten Ministahlwerk in Velestino optimiert, das von Hellenic Halyvourgia betrieben wird.
Land: Italien
Sektor: Nichteisenmetalle
Projektträger: 9-Tech
Das Volumen ausgedienter Solarmodule nimmt rasant zu und dürfte bis 2050 auf 78 Millionen Tonnen anwachsen – mit rückgewinnbaren Rohstoffen im Wert von 15 Milliarden Euro. Die derzeit einzige kommerzielle Recyclinglösung ist das Schreddern. Damit lassen sich jedoch weniger als 60 Prozent des potenziellen Materialwerts der Solarmodule sowie weder Silizium noch Silber rückgewinnen und auch bifaziale Module nicht effektiv verarbeiten.
9PV will eine fortschrittliche Technologie für das Recycling von ausgedienten Silizium-Solarmodulen skalieren und auf den Markt zu bringen. Das vollautomatisierte System kombiniert eine KI‑gestützte Modulerkennung und ‑demontage mit einem energieeffizienten Durchlaufofen und Siebverfahren für die thermomechanische Aufbereitung. Ergänzt wird der Prozess durch ein ultraschallbasiertes Verfahren zur Rückgewinnung von Silber und Silizium, das milde Säuren einsetzt und auf aggressive Chemikalien verzichtet.
Dieser geschlossene Kreislauf ermöglicht die Rückgewinnung von Glas, Aluminium, Kupfer, Silizium, Silber und Restenergie, sodass die Materialien ohne erneute Rohstoffgewinnung und Reinigung wiederverwendet werden können. Das reduziert CO2-Emissionen und macht die Photovoltaik insgesamt noch nachhaltiger.
Land: Frankreich
Sektor: Wasserstoff
Projektträger: VERSO ENERGY
Ziel des Projekts CarlHYng von Verso Energy ist der Aufbau einer Großanlage für erneuerbaren, CO2-armen Wasserstoff in Carling, Frankreich. Die Anlage soll an die geplante Wasserstoff-Pipeline mosaHYc zwischen Frankreich und Deutschland angeschlossen werden und Industrieunternehmen versorgen, darunter ein Hersteller von grünem Stahl.
Bis zum vierten Quartal 2029 soll eine Elektrolysekapazität von 70 Megawatt elektrisch (MWe) installiert werden, die die Produktion von jährlich bis zu 10 000 Tonnen grünem Wasserstoff ermöglicht. Bis 2032 ist eine Erweiterung auf 140 MWe und langfristig auf bis zu 300 MWe geplant. Verso Energy verfolgt zudem eine flexible Strategie zur Versorgung mit erneuerbarem Strom, die auf aggregierte Erzeugungsanlagen und kurzfristige Stromabnahmeverträge setzt.
Land: Deutschland
Sektor: Zement und Kalk
Projektträger: Dyckerhoff GmbH
Ziel des DECCS‑Projekts ist der Bau einer Anlage zur CO2-Abscheidung und ‑Speicherung, um das Zementwerk in Deuna (Thüringen) zu dekarbonisieren. Dabei sollen brennstoff- und prozessbedingte CO2‑Emissionen direkt aus dem Zementofen abgeschieden und anschließend vorübergehend vor Ort gespeichert werden.
Das Baustoffunternehmen Dyckerhoff GmbH ist auf die Herstellung von Zement und Transportbeton spezialisiert und ist eine Tochtergesellschaft der italienischen Buzzi S.p.A., eines der weltgrößten Zementkonzerne. Die Dyckerhoff GmbH und ihre deutschen Tochterunternehmen zählen etwa 1 800 Beschäftigte.
Land: Estland
Sektor: Chemikalien
Projektträger: OÜ Derivaat NH3
OÜ Derivaat NH3 entwickelt in Estland ein innovatives Projekt zur Herstellung von grünem Ammoniak. Kern des Projekts mit dem Namen EAGLE ist der bahnbrechende Einsatz einer innovativen, patentierten Festoxid‑Elektrolysezelle (SOEC) in Kombination mit dem Haber‑Bosch‑Verfahren.
Der von OÜ Derivaat NH3 entwickelte SOEC‑Elektrolyseur soll die Produktion von grünem Ammoniak steigern – ein bedeutender Fortschritt auf diesem Gebiet. Die Technologie ist aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und der Vermeidung von Treibhausgasemissionen anderen Optionen überlegen. Mit der ersten großskaligen Produktion von grünem Ammoniak in Estland positionieren sich OÜ Derivaat NH3 und Estland als Innovationsführer im Bereich der erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Chemieindustrie.
Land: Schweden
Sektor: Eisen und Stahl
Projektträger: SSAB EMEA AB
Ziel des ELSSA-Projekts ist die Entwicklung und der Bau einer einzigartigen, fossilfreien elektrischen Anlage zum Erwärmen und Schneiden von Stahlbrammen am Standort der SSAB im schwedischen Oxelösund. Die SSAB wurde 1978 in Schweden gegründet und ist der größte Stahlproduzent Skandinaviens.
Das Unternehmen war Vorreiter bei der Herstellung des weltweit ersten fossilfreien Stahls und arbeitet an einer vollständig fossilfreien Lieferkette vom Rohstoffabbau bis zum Endverbraucher. Sein Ziel: eine stärkere, bessere und nachhaltigere Welt.
Land: Rumänien
Sektor: Herstellung anderer nichtmetallischer Mineralprodukte
Projektträger: CALAMEARIC SRL
Ziel des Projekts TERRA‑Q ist die Entwicklung einer innovativen, kreislauforientierten und energieeffizienten Technologie zur Herstellung von Hochleistungsfliesen in Rumänien, basierend auf einem ersten Konzeptnachweis.
Bis 2029 wird eine jährliche Produktionskapazität von insgesamt 600 000 Quadratmetern Fliesen angestrebt. Calamearic SRL ist ein Start‑up mit derzeit vier Beschäftigten, das 2024 in Rumänien gegründet wurde.
Land: Griechenland
Sektor: Windenergie
Projektträger: ITSAS WIND S.L.
Das GEROA-Projekt ist eine ehrgeizige Initiative im Bereich schwimmende Windkraft. Sie setzt da an, wo herkömmliche Technologien aufhören. Bisher waren Offshore-Windparks nur in flachen Küstengewässern effektiv und wirtschaftlich. GEROA will das ändern und testet einen schwimmenden Windpark vor der griechischen Küste zwischen Alexandroupoli und der Insel Samothraki.
Der Demonstrations-Windpark nutzt die innovative SATH-Technologie (Swinging Around Twin Hull) und besteht aus drei bis fünf Windrädern mit je 10 bis 15 Megawatt (insgesamt 45–50 Megawatt). Er soll zeigen, dass große schwimmende Offshore-Windparks in tieferen Gewässern technisch, ökologisch und wirtschaftlich machbar sind.
GEROA ist ein wichtiger Schritt in Richtung Industrialisierung und Kommerzialisierung von schwimmender Windkraft in Europa. Das Projekt bringt eine skalierbare Lösung voran, die Offshore-Windkraft in tieferen Gewässern ermöglicht und dabei die ökologischen Auswirkungen und die Lebenszykluskosten minimiert. Mit Beton-Schwimmkörpern und einem sogenannten SPM-System (Single Point Mooring) stellt das Projekt eine langlebige, kostengünstige und leicht replizierbare Alternative vor. GEROA trägt zum europäischen Grünen Deal und den Netto-Null-Zielen bis 2050 bei. Außerdem fördert es die regionale Entwicklung, denn es trägt zu einer stabilen europäischen Lieferkette bei, bindet die lokale Industrie ein und schafft hochwertige Arbeitsplätze. Das bei diesem Projekt erworbene Wissen ist entscheidend, um künftig in Europa und weltweit schwimmende Windparks mit mehreren Gigawatt installierter Leistung ans Netz zu bringen.
Land: Deutschland
Sektor: Geothermie
Projektträger: ZeroGeo Energy GmbH
Das Projekt SÜD soll die sogenannte ERS-Technologie (elektrische Reservoirstimulation) in einem Sedimentbecken einsetzen und dabei mit dem Organic-Rankine-Cycle-Verfahren (ORC) Strom erzeugen. Bei der ERS-Technologie werden in separaten Bohrlöchern eine Anode und eine Kathode in die Erde gelassen.
Durch die Stimulation der Lagerstätte werden die natürliche Durchlässigkeit des Sediments und der Flüssigkeitsfluss erhöht. Das Pilotprojekt ist der erste Einsatz der ERS-Technologie bei Geothermie-Projekten in Europa und die erste Anwendung von ERS außerhalb von Feldtests in den USA und in Oman.
Land: Spanien
Sektor: Einsatz von erneuerbaren Energien außerhalb Anhang I
Projektträger: ENSÖ ESC S.L.
Das Projekt B1O4O02 besteht aus einer großen kommerziellen BECCU-Anlage. Dabei steht BECCU für Bioenergy with Carbon Capture and Usage, also Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Nutzung. Das Prinzip: Ein Biomasse-Heizkraftwerk wird auf innovative Art und Weise mit einem modernen Verfahren für CO2-Abscheidung und -Speicherung kombiniert. Anders als bei früheren Amin-Verfahren kommt dabei ein neues, weiterentwickeltes Amin-Lösungsmittel zum Einsatz, und der Energieverbrauch ist niedriger.
Ziel des Projekts im spanischen Torrelavega ist es, nachhaltige Wärme, grünen Strom und vollständig biogenes CO2 als Nebenprodukt zu produzieren. Die produzierte nachhaltige Energie (112 MWt Wärme und 15,84 MWe Strom jeweils aus Biomasse) wird mit Prozessintegrationsstrategien an unterschiedlichen Stellen eines Chemiewerks genutzt und dient der Selbstversorgung. Das Projekt BIO4CO fördert die Entwicklung neuer CO2-Wertschöpfungsketten in der Kreislaufwirtschaft. Und es ermöglicht neue Geschäftsmodelle für die chemische Industrie (Herstellung von E-Fuels) und die Lebensmittelindustrie mit nachhaltigem abgeschiedenem CO2.
Land: Spanien
Sektor: Windenergie
Projektträger: Marine Power Systems Ltd
PelaFlex ist die einzige Offshore‑Windkraftplattform für tiefere Gewässer, die entlang der gesamten Wertkette optimiert ist – von der installierten Leistung, Fertigung, Montage, dem Transport und der Installation über die Integration des Windturbinen‑Generators bis hin zur Wartung.
PelaFlex ist stabil, leicht und gut in Serie herstellbar. Die Plattform maximiert mit minimalen Bewegungen den Energieertrag und ist mit zahlreichen Windturbinen kompatibel.
- Ihre effiziente Struktur verbindet ein geringes Gewicht mit hoher Stabilität, Robustheit und Leistung.
- Das Design ermöglicht die Fertigung vor Ort und die maximale Nutzung bestehender Lieferketten.
- PelaFlex stützt sich auf bewährte Modelle für Offshore‑Windkraftanlagen, vereinfacht Abläufe im Hafen und ermöglicht eine schnelle industrielle Skalierung.
- Hohe Stabilität mit vernachlässigbarer Neigung im Betrieb erhöht den Energieertrag und reduziert den Anpassungsbedarf bei Turbinen und Turm.
- Dank ihres geringen ökologischen Fußabdrucks minimiert die Plattform die Auswirkungen auf Meereslebewesen und Meeresboden. Im Rahmen des Pilotprojekts wird die PelaFlex GS-Plattform für tiefe Gewässer samt Turbine im offenen Meer verankert, Strom ins Netz eingespeist und die Projektzertifizierung angestrebt.
Land: Frankreich
Sektor: Wasserkraft/Meeresenergie
Projektträger: HelioRec SAS
SunHarbor Brest ist ein innovatives schwimmendes Solarprojekt im Hafen von Brest. Es nutzt das patentierte W300A-System von HelioRec, das speziell für den küstennahen Einsatz entwickelt wurde.
Das von der EIB unterstützte Demonstrationsprojekt veranschaulicht fortschrittliche Komponenten (darunter das Hydro‑Lock‑Ballastsystem und ein stoßdämpfender Mechanismus), die einen zuverlässigen Betrieb bei Wellenhöhen von bis zu 4 Metern und Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h ermöglichen.
Anders als herkömmliche schwimmende Photovoltaiksysteme ist das W300A-System für den Einsatz unter rauen maritimen Bedingungen ausgelegt und erschließt damit neues Potenzial für saubere Energie in Häfen und Küstenregionen. Mit seinem ökologischen Design, seiner Multifunktionalität und seiner Kostenparität mit Dach-Solaranlagen definiert das System den Einsatz erneuerbarer Energien auf ungenutzten Wasserflächen neu.
SunHarbor Brest wurde vom französischen Start-up HelioRec in Zusammenarbeit mit dem Hafen von Brest entwickelt und setzt neue Maßstäbe für die skalierbare, nachhaltige Energieerzeugung in Europas Küsteninfrastruktur.
Land: Norwegen
Sektor: Windenergie
Projektträger: WIND CATCHING SYSTEMS AS
Wind Catching Systems (WCS) ist ein Technologieunternehmen, das mit seinen wegweisenden Lösungen der nächsten Generation für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen die Stromgestehungskosten deutlich senken will. Die patentierte Multi-Turbinen-Architektur soll es ermöglichen, schwimmende Windkraftanlagen im industriellen Maßstab zu Preisen zu realisieren, die sich den heutigen Benchmarks für fest installierte Anlagen annähern. Dies soll zu einer breiteren Marktakzeptanz beitragen und die Energiewende beschleunigen.
Mit dem Projekt Wind Catching Demo (WCD) in der Nähe des Standorts Vestavind D an der norwegischen Westküste wird die erste Validierung der WCS-Technologie im Vollmaßstab angestrebt. Das Projekt umfasst die Konstruktion, Installation und den Betrieb einer einzelnen schwimmenden Multi-Turbinen-Struktur mit einer Leistung von 40 Megawatt. Dabei werden zentrale Komponenten wie Turbinen, das Turbinen-Handhabungssystem, die Fertigungs- und Installationsmethodik sowie der Betrieb unter realen Offshore-Bedingungen getestet. Die Demonstration im Vollmaßstab ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Kommerzialisierung. Sie ermöglicht die Zertifizierung, die Verifizierung der Kosten sowie die Vorbereitung auf eine künftige Markteinführung.
Über die gesamte kommerzielle Lebensdauer bietet die Anlage erhebliche Vorteile in puncto Flächeneffizienz, Betriebskosten und Leistung. Das Windcatcher-Konzept dürfte sich daher als wettbewerbsfähige Lösung für schwimmende Windparks in tieferen Gewässern etablieren. Durch die Validierung der Technologie im Vollmaßstab kann WCS die Einführung kosteneffizienter, leistungsstarker schwimmender Windkraftanlagen beschleunigen und zur globalen Energiewende beitragen.
Land: Schweden (Einsatz in EU-Gewässern)
Sektor: Erneuerbare Energien – Meeres-/Gezeitenenergie
Projektträger: Minesto
Ziel des Projekts Euro Dragon Farm ist die Errichtung einer innovativen Pilotanlage für Gezeitenenergie in EU‑Gewässern. Es soll die Skalierung der Gezeitenenergie in der EU beschleunigen und ihre Marktreife nachweisen.
Die Pilotanlage besteht aus mehreren Turbinen, die an einem Küstenstandort in der EU installiert werden, als erste Stufe eines späteren großskaligen Ausbaus. Das Projekt demonstriert den Einsatz innovativer Gezeitenturbinen, die vom schwedischen Technologieführer Minesto entwickelt wurden. Es stützt sich auf bewährte operative Erfahrung und führt Innovationen ein, die Leistung, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz weiter verbessern. Die Multimegawatt‑Pilotanlage nutzt eine genau vorhersehbare und jederzeit verfügbare erneuerbare Energiequelle und stärkt damit die Rolle der Gezeitenenergie als wertvolle Ergänzung zu intermittierenden erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne.
Das Projekt soll das erste kosteneffiziente, leichte und zuverlässige Gezeitenkraftwerk an einem ausgewählten Standort in der EU testen und demonstrieren und markiert einen bedeutenden Meilenstein der innovativen Meeresenergie. Mit dieser bahnbrechenden Technologie soll zuverlässige grundlastfähige Gezeitenenergie bereitgestellt werden. Das Projekt dient damit als globale Referenz für isolierte und miteinander verbundene Regionen, die den Übergang zu CO2‑neutralen Energiesystemen vollziehen. Das Projekt soll die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Gezeitenenergie in Umgebungen demonstrieren, in denen konventionelle Lösungen nicht realisierbar sind.
Euro Dragon Farm ist Minestos erste Multimegawatt‑Anlage in der EU und unterstreicht die Vorreiterrolle des Unternehmens im Bereich der Meeresenergie.
Minesto, 2007 im schwedischen Göteborg als Spin‑off von Saab gegründet, entwickelt innovative Lösungen zur Stromerzeugung aus Gezeiten- und Meeresströmungen. Seine patentierte Drachen-Technologie ermöglicht eine effiziente Energiegewinnung bei geringer Strömung und in tiefen Gewässern und eröffnet damit neue Märkte für die Gezeitenenergie.
Land: Tschechien
Sektor: Erneuerbare Energie
Projektträger: ComPon Praha a.s
Ziel des ComPon-Projekts ist der Einsatz eines innovativen schwimmenden Wärmepumpensystems, das das Energiepotenzial der Flussströmung nutzt. Das System erzeugt Wärme und Kälte und soll an ein Vierleiter‑Fernwärme- und ‑kältenetz in der Stadt Prag angeschlossen werden. Es nutzt sechs Wärmepumpen von fünf verschiedenen Herstellern auf einem schwimmenden Ponton (ComPon).
Die Innovation besteht in der neuartigen Kombination von Wärme‑ und Kühltechnologien, die die Energie des Flusswassers nutzen. Im Gegensatz zu Energieanlagen an Land, die industrielle Wärmepumpentechnologie nutzen, muss bei dem ComPon‑System kein Flusswasser entnommen werden. Die Anlage befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Abnehmern (kürzere, kostengünstigere und effizientere Verteilung) und wird als Plug‑and‑Play‑Lösung in einer Werft gefertigt (keine übermäßigen Grundstücks- und Baukosten, kürzere Bauzeit in kontrollierter Umgebung).
Land: Frankreich
Sektor: Herstellung von Komponenten für erneuerbare Energien
Projektträger: Liebherr-Components Colmar SAS
Mit dem ADAPT-Projekt entsteht bei Liebherr-Components Colmar SAS im französischen Colmar eine neue Fertigungslinie für einen Hochleistungs-Dual-Fuel-Stromgenerator (> 2 Megawatt) für netzunabhängige Anwendungen. Der Generator ist für den Betrieb mit grünem Ammoniak und hydriertem Pflanzenöl (HVO) ausgelegt und bietet eine sauberere, flexibel einsetzbare Alternative zu Diesel-basierten Systemen. Er richtet sich an Branchen wie den Bergbau, mit hohem Energiebedarf und begrenztem Netzzugang, und soll die Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Liebherr‑Components Colmar SAS ist eine Tochtergesellschaft der Liebherr‑Gruppe und auf große Verbrennungsgeneratoren für den Bergbau und industrielle Anwendungen spezialisiert.
Land: Spanien
Sektor: Herstellung von Komponenten für Energiespeicher
Projektträger: Micro Electrochemical Technologies S.L.
Micro Electrochemical Technologies S.L. (B5tec) bietet Energiespeicherlösungen, die durch den Einsatz von Mikrotechnologie und organischer Chemie mehr Leistung, geringere Kosten und höhere Zuverlässigkeit bieten. Das Portfolio des kleinen Unternehmens umfasst eine Mikrofluss-Batterie mit zugehörigen Komponenten, eine Mikrobrennstoffzelle für Photovoltaik und den REDCAP (Redox-Kondensator), der der Markteinführung am nächsten ist. Nach dem erfolgreichen REDCAP-Konzeptnachweis im Labormaßstab im Jahr 2021 erwarb B5tec Ende 2022 eine Pilotanlage, um die Industrialisierung und die Validierung unter realen Bedingungen in Angriff zu nehmen. Der innovative REDCAP besteht aus einem metallfreien Hybrid-Superkondensator, der eine hohe Leistung und Energiedichte mit einer langen Lebensdauer vereint.
Land: Polen
Sektor: Herstellung von Komponenten für Energiespeicher
Projektträger: ADM 14 Sp. z o. O.
Das Projekt „GigaWatt Cells“ zielt auf die industrielle Produktion von fortschrittlichen TNMC811-Lithium-Ionen-Batteriezellen für den Schwerlastbereich und ausgewählte Dual-Use-Anwendungen ab. Es handelt sich um ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Tangram Battery sp. z o.o. und der Coracina Enterprises Ltd. Tangram ist dabei für das Engineering, die Werksintegration und den Technologieeinsatz zuständig, und Coracina steuert die für die Industrialisierung der TNMC811-Technologie erforderliche Expertise für Skalierung und geistiges Eigentum bei.
Die Technologie punktet durch hohe Energiedichte, lange Lebensdauer, einen stabilen Innenwiderstand und schnelle Ladefähigkeit. Durchgeführt wird das Projekt von der Zweckgesellschaft ADM14 sp. z o.o., die sich vollständig im Eigentum der DC24 ASI sp. z o.o. befindet. Sie soll im Südosten Polens eine Produktionsanlage mit einer anfänglichen Leistung von etwa 0,5 Gigawattstunden pro Jahr errichten. ADM14, Tangram und Coracina stellen gemeinsam komplementäres Know-how in den Bereichen Technologieentwicklung, Engineering, Skalierung und Finanzierung bereit.
Land: Frankreich
Sektor: Herstellung von Komponenten für Energiespeicher
Projektträger: SAS CARBON
CARBON will mit der Entwicklung seiner vertikal integrierten 5‑Gigawatt-Gigafabrik für Ingots, Wafer, Zellen und Module
- zu den Dekarbonisierungszielen beitragen und die CO2‑Emissionen bei der Herstellung von Solarmodulen deutlich reduzieren,
- die Produktion von Solarmodulen durch eine lokale, verantwortungsvolle und innovative Fertigung nachhaltiger machen,
- die Produktion von Solarmodulen nach Europa zurückholen, eine resiliente Wertkette für Solarmodule aufbauen und eine klimaneutrale Industrie in Europa etablieren,
- Europas Energiesouveränität stärken.
Die Fabrik soll Ende 2028 in Betrieb gehen, 2029 ihre volle Leistung von 5,1 Gigawatt erreichen und während ihrer zehnjährigen Betriebsdauer insgesamt rund 22 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen.
Das Projekt setzt in allen Phasen der Wertkette auf innovative Technologien sowie auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Das hocheffiziente Zellfertigungsverfahren, das den Kern des Projekts bildet, basiert auf den neuesten TOPCon‑ (Tunnel Oxide Passivated Contact) und BC-Zelltechnologien (Back‑Contact). Er ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forschungs‑ und Entwicklungsarbeit des ISC Konstanz, des CEA‑Liten am Institut National de l‘Energie Solaire (INES) sowie von ECM Greentech und Semco Smartech, den Anteilseignern von CARBON.
Die Gigafabrik wird in Fos-sur-Mer in der französischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur auf einer Fläche von über 45 Hektar errichtet. Der Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hafen von Marseille-Fos, Frankreichs größtem Industriehafen, und verfügt über eine vorteilhafte geostrategische Lage an der Kreuzung wichtiger Seewege. Er bietet eine sehr gute Anbindung an alle großen Welthäfen und eine ausgezeichnete Infrastruktur für den Straßen-, Schienen-, Fluss- und Seeverkehr. Das stark industrialisierte Gebiet punktet mit gut ausgebildeten Fachkräften.
Die Baugenehmigung und die Umweltgenehmigung für die drei Hauptanlagen der in Europa einzigartigen Gigafabrik (Ingot- und Wafer-Herstellung, Zellfertigung in Reinräumen und hochautomatisierte Modulmontage) wurden bereits erteilt. Die Versorgung mit ausreichend Wasser und erneuerbarem Strom ist ebenfalls sichergestellt.
CARBON profitiert von der starken Unterstützung seiner wichtigsten lokalen und nationalen Stakeholder, die eine Taskforce zur Rekrutierung der benötigten Talente und Fachkräfte eingerichtet haben. CARBON ist in ein außergewöhnliches industrielles Umfeld eingebettet, das Teil eines innovationsorientierten Ökosystems ist, und trägt aktiv zur strategischen Entwicklung der Region bei.
Land: Deutschland
Sektor: Herstellung von Komponenten für erneuerbare Energien
Projektträger: VACUUMSCHMELZE GmbH & CO KG (VAC)
Ziel des EUROMAG-Projekts ist die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von jährlich 439 Tonnen Neodym‑Eisen‑Bor‑Magneten speziell für Windturbinen. Die Magnete erzielen eine beispiellose magnetische Leistung ohne den Einsatz schwerer Seltenerdmetalle wie Dysprosium (Dy) und Terbium (Tb).
Die Fertigung verteilt sich auf zwei Standorte: In Deutschland erfolgen die erste Pulveraufbereitung und das Sintern, in der Slowakei das abschließende Schleifen, Beschichten und die Montage.