- EIB finanzierte 2025 in Kroatien vorrangig Unternehmenswachstum, grüne Projekte, Digitalisierung und Stadterneuerung, etwa den Žnjan-Strand in Split
- EIF erleichterte kleinen Unternehmen und Innovatoren Zugang zu Kapital
- EIB erbrachte Beratungsleistungen, unter anderem für Wohnraum in Zagreb, Split, Osijek, Rijeka und Varaždin
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) hat letztes Jahr in Kroatien insgesamt 547 Millionen Euro vergeben. Die Mittel flossen in technologische Innovationen kroatischer Unternehmen. Mehr als die Hälfte der Finanzierungen ging an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Midcaps und öffentliche Einrichtungen, die Projekte für die grüne und digitale Wende durchführen.
325 Millionen Euro des Gesamtbetrags kamen von der EIB und 211 Millionen Euro vom Europäischen Investitionsfonds (EIF), der vor allem KMU fördert. Daneben leitete die EIB 2025 11 Millionen Euro aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) an Kroatien. Die ARF wurde während der Coronapandemie ins Leben gerufen, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Besonders hervorzuheben sind ein 22-Millionen-Euro-Kredit für Entwicklungsprojekte in Split, etwa für soziale Infrastruktur und die Modernisierung des beliebten Žnjan-Strands, Kredite an die Kroatische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (HBOR) (150 Millionen Euro) und an die Privredna Bank Zagreb (PBZ) (50 Millionen Euro) sowie eine Garantie von 100 Millionen Euro an die Erste & Steiermärkische Bank für mehr Wettbewerbsfähigkeit und eine geringere CO2-Bilanz von KMU, Midcap-Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen.
EIB-Vizepräsidentin Teresa Czerwińska: „In Kroatien sehen wir beispielhaft, wie eine enge Zusammenarbeit zwischen der EIB-Gruppe und dem öffentlichen und dem privaten Sektor dazu beitragen kann, dass europäische Prioritäten für die Menschen vor Ort in greifbare Vorteile münden. Von Dalmatien bis Slawonien etablieren wir uns immer mehr als verlässlichen Partner für Kroatien, während das Land bessere Chancen für seine Bevölkerung und Unternehmen schafft.“
In den letzten fünf Jahren stellte die EIB-Gruppe in Kroatien insgesamt 3,2 Milliarden Euro bereit. 2025 entsprachen die Finanzierungen der EIB-Gruppe 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes.
Kroatiens stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister Tomislav Ćorić: „Die EIB ist einer der wichtigsten Partner unseres Landes, wenn es darum geht, grüne Projekte, die Digitalisierung und die Entwicklung voranzubringen. Die 547 Millionen Euro von der EIB‑Gruppe im Jahr 2025 unterstreichen die Stärke unserer Partnerschaft und ihre greifbaren Vorteile für die kroatische Wirtschaft. Die Investitionen unterstützen Unternehmenswachstum, Innovation und die grüne Wende und bieten den Bürgerinnen und Bürgern moderne Infrastruktur und bessere Dienstleistungen.“
Im Bereich umweltfreundlicher Verkehr trug die EIB im vergangenen Jahr zum Ausbau der Ladestationen für Elektroautos in Kroatien und fünf weiteren Mitgliedstaaten in Mittel- und Osteuropa bei – mit einem Darlehen über 35 Millionen Euro an den Ladenetzbetreiber Eleport. Rund drei Millionen Euro davon entfallen auf Ladestationen in Kroatien.
EIF-Initiativen
Der EIF baute seine Präsenz in Kroatien im Jahr 2025 aus. Er stellte Garantien für Finanzintermediäre bereit und investierte in Risikokapital- und Wachstumsfonds. Im Mittelpunkt standen Innovation, Infrastruktur, Technologietransfer und soziale Wirkung.
So fungierte der EIF im vergangenen Jahr etwa als Ankerinvestor beim kroatischen Risikokapitalfonds NVision Ventures und stärkte damit seine Rolle als führender Geldgeber für innovative KMU und Start-ups. Der NVision Ventures ist Teil einer Initiative zur Stärkung des kroatischen Innovations- und Start-up-Ökosystems – der Croatian Venture Capital Initiative 2 (CVCi2). Er ist der dritte Fonds im Rahmen der CVCi2 und macht Frühphasen- und Wachstumsfinanzierungen auf dem einheimischen Markt breiter verfügbar.
Der EIF unterstützte kroatische Unternehmen noch stärker, indem er Kroatiens Beteiligung am 3SI Innovation Fund in gleicher Höhe ergänzte. Kroatien nimmt über die HBOR an dieser regionalen Initiative teil. Kroatische KMU und Midcap-Unternehmen profitieren bereits davon, weil sie dadurch Zugang zu Finanzierungen aus dem PCP SEE Fund II erhalten, den der EIF ebenfalls unterstützt.
Über langjährige kroatische Partnerinstitute stellte der EIF zudem insgesamt mehr als 138 Millionen Euro zur Verfügung, um die Finanzierungsquellen von KMU und Midcaps zu diversifizieren, die Projekte in den Bereichen Innovation, grüne Wende und energetische Sanierung durchführen. 85 Millionen Euro gingen an die Zagrebačka banka, 33,4 Millionen Euro an die Erste Bank und 20 Millionen Euro an die Hrvatska Poštanska Banka (HPB).
Der EIF unterstützte kroatische Unternehmen zudem über den Invera Private Equity Fund II. Dieser Fonds stellt Eigenkapital bereit, damit Unternehmen wachsen, sich konsolidieren und international expandieren können. Diese Investitionen zeigen eindrücklich, wie wichtig der EIF als Risikokapitalgeber für kroatische KMU und als Impulsgeber für das Wachstum des Privatsektors ist.
Beratung
Die EIB‑Gruppe erbrachte 2025 in Kroatien auch Beratungsleistungen. Sie beriet fünf Großstädte – Zagreb, Rijeka, Split, Osijek und Varaždin – bei der Planung moderner, sozialer und bezahlbarer Wohnungen. Letztere sind für junge Familien und junge Berufstätige sowie für besonders schutzbedürftige und einkommensschwache Menschen bestimmt.
Um Kroatiens strategische Planungskompetenzen in der Stadtentwicklung zu stärken, beriet die EIB im vergangenen Jahr außerdem die HBOR. Diese soll kleinen und mittelgroßen Städte im Land künftig besser zur Seite stehen können.
Darüber hinaus leistete die EIB‑Gruppe Beratung in wichtigen Bereichen wie sauberer Verkehr, Abfallwirtschaft, nachhaltige Finanzierung und Fintech.
Hintergrundinformationen
EIB-Gruppe
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union und eine der weltgrößten multilateralen Entwicklungsbanken. Ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. 2025 unterzeichnete die EIB-Gruppe 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen und Beratung für mehr als 870 wirkungsstarke Projekte in acht Kernbereichen, die die strategischen Ziele der EU unterstützen: Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, territorialer Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, starke globale Partnerschaften sowie die Spar- und Investitionsunion. Neben der Vergabe langfristiger Darlehen für große Infrastrukturprojekte mobilisiert die EIB-Gruppe privates Kapital für risikoreiche innovative Projekte und Unternehmen. Auf den europäischen Märkten für Venture Debt, Risikokapital, Garantien und Verbriefungen kommt ihr eine wachsende Bedeutung zu.
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) ist die auf Garantien und Eigenkapitalbeteiligungen spezialisierte Tochtergesellschaft der EIB-Gruppe und erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start‑ups europaweit den Zugang zu Finanzierungen. Als Ankerinvestor mobilisiert der EIF über sein breites Netz von Partnerbanken und Investmentfonds privates Kapital und stärkt das Risikokapital‑Ökosystem, um innovative Unternehmerinnen und Unternehmer in Europa zu fördern.
2023 lancierte der EIF gemeinsam mit sechs Mitgliedstaaten (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und Niederlande) die European Tech Champions Initiative, einen Dachfonds zur Förderung innovativer Start-ups. Mit dieser Initiative wurden bislang bereits 13 europäische Risikokapital-Megafonds und das Scale-up von 38 Unternehmen unterstützt, darunter elf Unicorns (mit einem Marktwert von über 1 Milliarde Euro).