- EIB und Kanada unterzeichnen Absichtserklärung zur künftigen Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen
- Vereinbarung ebnet Weg für Gespräche über institutionelle Regelungen, damit die EIB in Einklang mit der strategischen Rohstoffpartnerschaft zwischen der EU und Kanada in dem Land tätig werden kann
- EIB könnte in Kanada Investitionen in sichere, nachhaltige und diversifizierte Lieferketten finanzieren, die für Europas grüne und digitale Wende entscheidend sind
Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die kanadische Regierung haben einen wichtigen Schritt für eine engere Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen unternommen. Auf der PDAC‑Konferenz 2026 in Toronto unterzeichneten sie diesbezüglich eine unverbindliche Absichtserklärung. Ziel sind zuverlässige und nachhaltige Lieferketten für Mineralien und Metalle, die die grüne und die digitale Wende, Innovationen sowie Sicherheit und Verteidigung voranbringen.
Die Absichtserklärung baut auf der strategischen Rohstoffpartnerschaft zwischen der EU und Kanada auf. Sie spiegelt die neue Dynamik in der Zusammenarbeit beider Seiten bei Klimaschutz, Energiesicherheit, Innovation und wirtschaftlicher Resilienz wider. Zudem steht sie in Einklang mit der gemeinsamen EU‑Kanada‑Erklärung zu kritischen Rohstoffen, die Tim Hodgson, kanadischer Minister für Energie und natürliche Ressourcen, und Stéphane Séjourné, Exekutiv‑Vizepräsident der Europäischen Kommission für Wohlstand und Industriestrategie, ebenfalls auf der PDAC 2026 unterzeichnet haben.
Kanada ist seit Langem ein gleich gesinnter Partner der Europäischen Union. Als einer der weltweit führenden und verantwortungsvollsten Produzenten kritischer Mineralien verfügt das Land über große Reserven, anerkanntes Know‑how im Bergbau und hohe Umwelt‑ und Sozialstandards. Damit ist Kanada ein natürlicher Verbündeter der EU, die ihre Lieferketten für kritische Rohstoffe diversifizieren und absichern, strategische Abhängigkeiten verringern und ihre wirtschaftliche Sicherheit stärken will.
Eine engere Zusammenarbeit zwischen der EU und Kanada trägt dazu bei, dass Schlüsseltechnologien – von Lösungen für saubere Energie über digitale Anwendungen bis hin zu hochentwickelten Sicherheitssystemen – für Produzenten und Haushalte auf beiden Seiten des Atlantiks zuverlässig verfügbar und preislich wettbewerbsfähig bleiben.
EIB‑Vizepräsidentin Nicola Beer: „Wie Europa ist Kanada an sicheren und nachhaltigen Lieferketten für kritische Rohstoffe interessiert. Diese Absichtserklärung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer engeren Zusammenarbeit. Unser Ziel ist es, die Marktbedingungen für verantwortungsvolle Produzenten und verlässliche Abnehmer zu verbessern. Europa und Kanada wollen gemeinsame Grundsätze in praktische Vereinbarungen verwandeln, die Risiken mindern, Innovationen entlang der Wertschöpfungskette – von Exploration und Abbau bis hin zu Verarbeitung, Recycling und Substitution – unterstützen und private Investitionen in hochwertige Projekte anschieben.“
Tim Hodgson, Kanadas Minister für Energie und natürliche Ressourcen: „Kanada und die Europäische Union verfolgen ein klares Ziel: sichere, verantwortungsvolle und widerstandsfähige Lieferketten für kritische Mineralien, auf die unsere Volkswirtschaften, Arbeitskräfte und Verteidigungsindustrien angewiesen sind. Diese Absichtserklärung unterstützt Investitionen, die verantwortungsvoll gewonnene Mineralien auf die Weltmärkte bringen und zugleich gute Jobs und langfristige Chancen für die Menschen in Kanada schaffen.“
Stéphane Séjourné, Exekutiv‑Vizepräsident der Europäischen Kommission für Wohlstand und Industriestrategie: „In Zeiten verschärfter geopolitischer Konkurrenz muss Europa mehr Verantwortung für seine wirtschaftliche Sicherheit übernehmen. Über eine engere Partnerschaft mit Kanada bei kritischen Rohstoffen stärken wir unsere strategische Autonomie, verringern kritische Abhängigkeiten und sichern widerstandsfähige Lieferketten mit vertrauenswürdigen Verbündeten.“
Die Absichtserklärung begründet für beide Seiten noch keine finanziellen Verpflichtungen. Sie ermöglicht es der EIB und der kanadischen Regierung jedoch, Gespräche über die institutionellen Regelungen aufzunehmen, die für eine Tätigkeit der Bank in Kanada notwendig sind. Solche Regelungen sind eine übliche Voraussetzung, damit die EIB außerhalb der Europäischen Union tätig werden kann. Die Initiative trägt zudem zu umfassenderen Bemühungen bei, die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen, gleich gesinnten Partnern bei gemeinsamen Prioritäten für wirtschaftliche Sicherheit zu vertiefen.
Wenn dieser Rahmen geschaffen wird, könnte die EIB Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette für kritische Rohstoffe unterstützen – von Exploration und Abbau über Verarbeitung und Recycling bis hin zu Innovation –, sofern sie den strategischen Zielen der EU entsprechen und hohe Umwelt‑ und Sozialstandards einhalten. Die Partnerschaft würde auch europäischen Unternehmen zugutekommen, die bereits im kanadischen Bergbau‑ und Technologiesektor aktiv sind und dort Ausrüstung, Technologie und Dienstleistungen liefern.
Hintergrundinformationen
EIB-Gruppe
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union und eine der weltgrößten multilateralen Entwicklungsbanken. Ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. 2025 unterzeichnete die EIB-Gruppe 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen und Beratung für mehr als 870 wirkungsstarke Projekte in acht Kernbereichen, die die strategischen Ziele der EU unterstützen: Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, starke globale Partnerschaften sowie die Spar- und Investitionsunion.
Fotos vom Sitz und vom Management der EIB-Gruppe, Logos und unser B-Roll-Video finden Sie auf unserer Website.
Strategische Initiative der EIB für kritische Rohstoffe
Die EIB-Gruppe ist ein wichtiger Anbieter von Finanzierungen und Beratung für Projekte im Bereich kritische Rohstoffe. Sie unterstützt die Umsetzung der EU‑Verordnung zu kritischen Rohstoffen, die eine sichere und nachhaltige Versorgung gewährleisten soll.
Im März 2025 verabschiedete die Bank eine neue strategische Initiative für kritische Rohstoffe. Darin legt sie ein höheres Finanzierungziel für Projekte entlang der Wertschöpfungskette kritischer Rohstoffe fest. Folglich will die EIB‑Gruppe ihre Investitionen in diesem Bereich verdoppeln, und sie hat zudem eine zentrale Anlaufstelle und eine spezielle Taskforce eingerichtet, die die Projektentwicklung unterstützt.
EIB and Canada team up to strengthen critical raw material resilience
©EIB
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