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©Staffan Widstrand/Rewilding Europe

Die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben die Unterzeichnung des ersten Darlehens aus der Fazilität für Naturkapital bekannt gegeben.

Das Darlehen von 6 Millionen Euro an Rewilding Europe Capital soll mehr als 30 naturschutzorientierten Unternehmen in Europa zugutekommen. Rewilding Europe Capital ist die europaweit erste Finanzierungsfazilität für Unternehmen, die Umweltschutz- und Renaturierungsvorhaben durchführen.

Mit diesem ersten Finanzierungsbeitrag wird eine ehrgeizige neue Initiative unterstützt, die zur Erhaltung der Biodiversität und zur Anpassung an den Klimawandel in Europa beiträgt. Die „Bank on Nature“-Initiative basiert auf der Fazilität für Naturkapital (NCFF), einer Finanzierungspartnerschaft der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank, die durch maßgeschneiderte Darlehen und Beteiligungen mit EU-Garantie Projekte fördert, die zum Naturschutz und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Die Initiative fördert das Geschäftskonzept von Investitionen in Naturkapital, die zur Erhaltung der Biodiversität und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen.

Der für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella erklärte: „Die Natur ist für uns und unsere Wirtschaft lebenswichtig, wie die vor kurzem mit Erfolg durchgeführte Bewertung der europäischen Naturschutz-Richtlinien zeigt. Das Projekt „Rewilding Europe“ wird das erste von vielen Vorhaben sein, mit dem die auf der Fazilität für Naturkapital (NCFF) basierende Initiative ‚Bank on Nature‛ unsere Pläne zur Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und zum Schutz der Natur voranbringen wird.“

EIB-Vizepräsident Jonathan Taylor, der für Finanzierungen der Bank in den Bereichen Klimaschutz und Umwelt zuständig ist, sagte dazu: „Wir müssen noch mehr tun, um Europas wertvolle Fauna und Flora zu erhalten und wiederherzustellen. Und es gibt solide wirtschaftliche Argumente, die für Investitionen in die Natur sprechen. Biodiversität und Wirtschaftswachstum können Hand in Hand gehen. Als Bank der EU investieren wir in Projekte, die die Wirtschaft im ländlichen Raum dynamisieren. Zugleich setzen wir uns aber auch für die Erhaltung der Biodiversität und eine intelligente Verwaltung des Naturkapitals ein. Die Fazilität für Naturkapital ist eine bahnbrechende Partnerschaft zwischen der Bank der EU und der Europäischen Kommission, und dieser erste Finanzierungsbeitrag an Rewilding Europe Capital sorgt für einen optimalen Start.“

Ilko Bosman, Executive Director von Rewilding Europe Capital, erklärte: „Der Vertrag mit der EIB, den wir heute unterzeichnet haben, ist für Rewilding Europe Capital ein großer Schritt nach vorn. Zum einen macht er unsere Fazilität dynamischer. Gleichzeitig werden externe Mittel mobilisiert, wodurch wir noch besser demonstrieren können, wie gewerbliche Geldgeber zu Naturschutz- und Renaturierungsvorhaben beitragen können. Aus dem vorgeschlagenen Darlehen von EIB und EU können Projekte in allen 28 EU-Mitgliedstaaten unterstützt werden. Dabei kommen auch größere Darlehensbeträge in Betracht, unter anderem für neue naturschutzorientierte Geschäftsmodelle in Sektoren wie Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Tourismus.“

Rewilding Europe Capital wurde 2014 von der Stiftung Rewilding Europe eingerichtet, die Wildnis als wichtigen und inhärenten Aspekt des europäischen Natur- und Kulturerbes fördert. Rewilding Europe Capital ist eine Initiative der Stiftung Rewilding Europe und dient der Finanzierung naturschutzorientierter Unternehmen. Über ein spezielles Abgabensystem werden zudem weitere Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen gefördert. Auf diese Weise wird das Instrument auch zur Umsetzung der Habitat- und der Vogelschutzrichtlinie der EU beitragen.

Das Projekt soll vor allem Möglichkeiten für einen „Business Case“ für die Wildnis aufzeigen. Zu den Wildnisgebieten, deren Renaturierung über die heute unterzeichnete Vereinbarung finanziert werden könnte, gehören 38 verschiedene Schutzgebiete des Natura-2000-Netzes. Die Maßnahmen betreffen die Naturgebiete West-Iberien (Portugal), das Velebit-Gebirge (Kroatien), die Mittelapenninen (Italien), die Südkarpaten (Rumänien), das Donau-Delta (Rumänien), die Rhodopen (Bulgarien), das Oder-Delta (Deutschland/Polen) und Lappland (Schweden). Die Finanzierungen könnten auch der Wiederansiedlung symbolträchtiger und bedrohter europäischer Wildtierarten zugutekommen, darunter Wisent, Braunbär, Mönchsgeier, aber auch Pelikan und Seeadler im Donau- und im Oder-Delta.

Neben naturschutzorientierten Unternehmen werden auch neue auf den Naturschutz ausgerichtete Geschäftsmodelle in Sektoren wie Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, nachhaltige Fischerei und Tourismus gefördert. Durch die heute unterzeichnete Vereinbarung dürften 250 Arbeitsplätze entstehen.

Weitere Informationen sind der MEMO zu entnehmen.

http://ec.europa.eu/avservices/video/player.cfm?sitelang=en&ref=I136911