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    Vier Tage, bevor die EZB die Ergebnisse ihrer Bilanz- und Stresstests veröffentlicht, hatten die EIB und der IWF Teilnehmer aus dem Banken- und Finanzsektor sowie von Zentralbanken und multilateralen Institutionen zu einer Diskussion darüber eingeladen, wie die Kapazität von Banken und Kapitalmärkten zur Finanzierung von KMU in Europa wieder gestärkt werden kann. Die Diskussionsrunde mit dem Thema „Unlocking SME Financing in Europe and the Role of the Capital Markets“ fand am 22. und 23. Oktober 2014 in Brüssel statt.

    Vor dem Hintergrund der derzeit reichlich vorhandenen Liquidität, einer sehr niedrigen Inflation und eines äußerst schwachen Wachstums ist es offensichtlich, dass die mangelnde Nachfrage eines der Haupthemmnisse für die wirtschaftliche Erholung ist. Im Gefolge der Krise wird die Fähigkeit vieler Banken, Darlehen an mit einem relativ hohen Risiko verbundene Kunden wie KMU und junge innovative Firmen zu vergeben, ernsthaft dadurch beeinträchtigt, dass sie Kapitalbeschränkungen unterliegen und sich die Qualität der Aktiva in ihren Bilanzen deutlich verschlechtert hat. Die Teilnehmer stimmten überein, dass die gründliche Überprüfung durch die EZB ein wichtiger erster Schritt ist. Wir müssen jedoch konzertiert handeln, um auf den Ergebnissen aufzubauen und sicherzustellen, dass ein geschwächter Bankensektor nicht zu einem Hindernis für die Konjunkturerholung wird.

    „Die Bereitstellung von liquiden Mitteln an Banken ist nicht die einzige Maßnahme, um die Darlehensvergabe für die Realwirtschaft zu stimulieren“, erklärte EIB-Vizepräsident Dario Scannapieco. „Wir müssen die Bereitstellung von Liquidität durch andere Instrumente ergänzen, die es ermöglichen, die Kreditrisiken aus den Bankbilanzen zu nehmen.“

    Mehr als 80 Teilnehmer diskutierten Papiere, die von der EIB-Hauptabteilung Volkswirtschaftliche Analysen und vom European Department des IWF vorgelegt wurden. Eine weitere Diskussionsrunde über den Bankensektor wurde von Klaus Trömel, dem für die Finanzierungsoperationen der EIB zuständigen Direktor mit Generalvollmacht, geleitet. Yves Mersch, Mitglied des EZB-Direktoriums, und Carlos da Silva Costa, Präsident der portugiesischen Zentralbank, hielten vielbeachtete Redebeiträge.

    Die erste Diskussionsrunde konzentrierte sich darauf, wie die Risikoübernahme- und die Darlehensvergabekapazität der Banken erhöht werden können. Dazu muss ihre Fähigkeit verbessert werden, notleidende Darlehen abzuwickeln oder zu veräußern, insbesondere indem die Märkte für solche Forderungen weiter ausgebaut werden. Die Runde erörterte die Palette der erforderlichen Begleitmaßnahmen, die von der Beseitigung von regulatorischen Hindernissen bis zur Sanierung von überschuldeten Unternehmen reichen.

    Die zweite Diskussionsrunde konzentrierte sich darauf, wie die Märkte für qualitativ hochwertige Verbriefungen in Europa wiederbelebt werden können. „Verbriefungen können als ein Instrument gesehen werden, um die Finanzierung der europäischen Wirtschaft neu zu gestalten“, erklärte Präsident da Silva Costa. „Dabei können langfristige Investoren wie Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds eine wichtigere Rolle bei der Finanzierung der Wirtschaft erhalten.“ 

    Yves Mersch sagte: „Verbriefungen können dazu beitragen, eine Verknüpfung zwischen den Finanzierungsbedürfnissen von KMU und den Mitteln von Banken und Nichtbank-Investoren herzustellen. Dies kann geschehen, indem die Banken dabei unterstützt werden, zu finanzieren und Risiken zu verteilen.“

    Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die starke Abhängigkeit europäischer Unternehmen, insbesondere KMU, von Bankkrediten es besonders wichtig macht, die Risikotragfähigkeit der Banken wieder zu stärken. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit betont, auch auf die umfassenderen Herausforderungen, denen sich KMU gegenübersehen, einzugehen.

    „Es ist offensichtlich, dass alle Initiativen, die den Zugang von KMU zu Finanzierungsmitteln erleichtern sollen, in der derzeitigen Situation Teil einer allgemeineren Politik sein müssen, die die damit verbundene Nachfrage stützt“, bemerkte Debora Revoltella, Direktorin der EIB-Hauptabteilung Volkswirtschaftliche Analysen.